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25.08.2026
Foto / Quelle: Patrick Kleibold

Wozu sind Sie da,Herr Pawlak?

Wir befragen alle zwei Wochen unterschiedliche Menschen aus der Region zu ihrem Lebenssinn, Glauben und Engagement. Aktuell haben wir mit Oliver Pawlak gesprochen. Er engagiert sich als Oberstleutnant Paderborner-Bürger-­Schützen­verein (PBSV).

Patrick Kleibold

Angefangen hat alles mit der Frage: Hast du Lust auf mehr? Mit Lust auf mehr war gemeint: Möchtest du dich über deine Aufgabe als Schützenbruder hinaus intensiver ehrenamtlich in den Paderborner-Bürger-­Schützenverein (PBSV) einbringen? Auf die Frage gab es für mich nur eine Antwort, denn bereits seit meiner Jugend gefällt mir das Schützenwesen mit allen seinen Facetten, sei es die Gemeinschaft innerhalb der Vereine, der Zusammenhalt untereinander und das soziale und gesellschaftliche Engagement.

Ich finde es wunderbar, dass es Vereine wie den PBSV gibt und dass sie von vielen verschiedenen Menschen mit Leben gefüllt werden. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen. Derzeit tue ich dies als Oberstleutnant im Bataillonsvorstand. In dieser Funktion bin ich der Vertreter des Obersts und im geschäftsführenden Vorstand und übernehme eine Reihe von Verwaltungstätigkeiten. Diese beziehen sich auf die Gebäude des PBSV und auch auf den Schützenplatz. Dazu kommen noch administrative Themen und repräsentative Termine rund um den Verein.

Das Leitwort der Schützen „Glaube, Sitte, Heimat“ ist vermutlich jedem bekannt. Ich versuche es, so gut ich eben kann, mit Leben zu füllen. Untrennbar damit verbunden ist für mich die enge Beziehung des PBSV zur Stadt Paderborn und zur Kirche. Für uns als Schützen ist es selbstverständlich, die zentralen religiösen Höhepunkte des Liborifestes im Paderborner Dom und die Prozession zu begleiten. Unsere kirchliche Verbundenheit haben wir in diesem Jahr auch beim Katholikentag in Würzburg zum Ausdruck gebracht und selbstverständlich werden wir das Stadtjubiläum 2027 und den Katholikentag 2028 in Paderborn unterstützen. Hier ist es keine Frage ob, sondern wann und wie.

Gerade dieses „Für-andere-da-sein“ ist für mich ein zentraler Aspekt des Schützenwesens. Dies zeigt sich insbesondere mit Blick auf das sozial-­karitative Engagement unseres Vereins. Die verschiedenen Fördervereine des PBSV helfen Menschen, denen es nicht so gut geht und die einen schweren Stand in unserer Gesellschaft haben. Ich denke da an einen blinden Jungen, dem der PBSV geholfen hat, einen Blindenhund zu bekommen. Ich denke da an einen Rollstuhlbasketballspieler, der einen neuen Rollstuhl brauchte. Diese Unterstützung, die unser Verein ganz unterschiedlichen Menschen gibt, ist auch ein Grund, warum ich mich engagiere. Ich bin also dazu da, mit meinen Fähigkeiten dazu beizutragen, dass die Werte des PBSV nicht zu einer starren Tradition verkommen, sondern dass sie gelebt und an die nächste Generation weitergegeben werden.

Vor diesem Kontext denken wir im Verein kontinuierlich darüber nach, wie wir junge Menschen ansprechen und begeistern können. Das ist eine echte Herausforderung und wird wahrscheinlich immer eine solche bleiben. Es gibt so viele Angebote überall und das zu jeder Zeit, so viele Ablenkungen, dass es viel Kreativität und ehrenamtlichen Einsatz benötigt, unsere schönen Traditionen aufrechtzuerhalten. Aber ich bin guter Dinge, dass uns das gelingen wird, denn gerade unsere zen­tralen Veranstaltungen wie zum Beispiel unser schönes Schützenfest haben immer wieder den Charakter eines enorm großen Familienfestes. Da kommen viele verschiedene Menschen aller Generationen zum Feiern zusammen. Das verbindet, das ist gut so und das soll auch so bleiben.// Aufgezeichnet und fotografiertvon Patrick Kleibold

Zur Person

Oliver Pawlak (48) ist seit 2014 Mitglied des Paderborner-Bürger-­Schützen­vereins (PBSV) und seit 2025 Oberstleutnant im Bataillonsvorstand. Er lebt in Paderborn, ist verheiratet und hat eine Tochter. Der gelernte Maurer- und Betonbaumeister arbeitet in der Bauleitung einer bekannten Paderborner Baufirma.

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