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18.09.2026
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland,
Foto / Quelle: Harald Oppitz/KNA

Forderungen nach Synagogen-Anschlag

In Wuppertal wurde ein Brandanschlag auf die dortige Synagoge verübt. Kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Wuppertal

Nach einem Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur geht die Polizei weiter davon aus, dass der Täter allein handelte. Das sagte eine Sprecherin am Freitagmorgen auf Anfrage. Ein Tatverdächtiger war am Donnerstag festgenommen worden. Laut Polizei handelt es sich um einen polizeibekannten, 37 Jahre alten Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Der Staatsschutz ermittelt.

Ein Mann hatte am Donnerstag nach Polizeiangaben eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen vor der Bergischen Synagoge in Wuppertal-Barmen ausgebreitet und angezündet. Der Brand konnte unmittelbar gelöscht werden. Es entstand ein geringer Sachschaden.

Die Tat hatte Entsetzen ausgelöst. „Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat“, erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehle jede Spur. „Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat.“

Höchster Feiertag steht bevor

Schuster wies darauf hin, dass am Sonntagabend der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur beginnt. „Alle Synagogen werden voll sein. Die Sicherheitsbehörden sind in der Pflicht, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten. Wir wollen und werden uns nicht davon abhalten lassen, unsere Religion zu leben.“

Der Zeitpunkt des Anschlags erinnere an die Anschläge von Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester sowie den Anschlag in Halle 2019, so der Zentralratspräsident weiter. In Wuppertal selbst sei 2014 bereits ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt worden. „Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.“

Die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland betonte: „Der Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal zeigt, wie brandgefährlich die Lage für jüdisches Leben in Deutschland ist. Antisemitismus beginnt nicht erst mit Gewalt.“ Jüdinnen und Juden müssten in Deutschland sicher leben und ihren Glauben sichtbar ausüben können, ohne Angst zu haben und ohne sich bedroht zu fühlen, erklärten die Rabbiner Avichai Apel (Frankfurt), Zsolt Balla (Leipzig) und Yehuda Pushkin (Stuttgart).

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, bezeichnete es als unsäglich, „dass mitten unter uns antisemitische Gewalt und Anschläge stattfinden“. Er bete in diesen Stunden für alle Jüdinnen und Juden in Wuppertal und in ganz Deutschland. Er könne nur erahnen, wie bedrohlich sich die gegen sie gerichtete Gewalt anfühlen müsse.

KNA
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