Veränderungen beim Sehen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und untersuchen lassen.
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Diese Sehstörungen sind alles andere als harmlos

Bunte Flecken, Zickzacklinien oder ein „Greyout“ vor Augen: Diese Phänomene sind laut Fachleuten oft Warnzeichen.

Berlin

Veränderungen am sogenannten Glaskörper im Auge sind im Lauf des Lebens normal – in vielen Fällen kommt es laut einem Augenmediziner jedoch zu krankhaften Veränderungen. Verwachsene Oberflächen oder gar Löcher in der Netzhaut hätten viele Menschen nicht auf dem Schirm, sagte Lars-Olof Hattenbach bei einer Pressekonferenz der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, deren Präsident er ist. Dabei hätten diese Veränderungen im höheren Lebensalter den Charakter einer Volkskrankheit.

In den meisten Fällen würden diese Veränderungen über einen längeren Zeitraum beobachtet. Medikamente gebe es nicht; für eine Operation sei es entscheidend, den richtigen Zeitpunkt auszuwählen.

Dies hängt laut Hattenbach auch von der subjektiven Einschränkung für Patientinnen und Patienten ab: Wer etwa einer sehr filigranen Arbeit nachgehe, bemerke sofort, wenn hier etwas nicht stimme. Ein grundsätzliches Warnzeichen sind gerade Linien, die krumm oder wellig erscheinen, verzogene Türrahmen oder Buchstaben, die Form und Größe verändern. Je ausgeprägter und länger solche Störungen auftreten, desto schwieriger sei es, sie wieder rückgängig zu machen.

Vorübergehende Sehstörung? - Ab zur Kontrolle

Die Bielefelder Augenärztin Julia Biermann nannte auch vorübergehende Sehstörungen als Anlass für eine fachliche Abklärung. So seien bei der sogenannten Aura, die bei etwa einem Drittel der Migränepatientinnen und -patienten auftritt, inzwischen 26 verschiedene Wahrnehmungsstörungen belegt.

Aus augenheilkundlicher Sicht sei entscheidend, ob Blitze, Funken oder Flecken auftreten, also mehr gesehen wird als üblich („positiver Effekt“) – oder die Sicht eingeschränkt ist, sich das Blickfeld etwa verdunkelt („negativer Effekt“). Einen Unterschied mache auch, ob Störungen ein- oder beidseitig auftreten: So kann ein Ausfall des Gesichtsfeldes auf einen drohenden Schlaganfall hindeuten, ein vorübergehender Verlust der Sehschärfe auf geschädigte Gefäße.

Beide äußerten sich im Vorfeld des Jahreskongresses der Fachgesellschaft, der am 24. September in Berlin beginnt.

KNA
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