Nicht nur Alte erkranken an Demenz
Es ist eine Geißel der Menschheit. Demenz-Erkrankungen verursachen weltweit großes Leid – und auch enorme wirtschaftliche Schäden.
Unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ wird am Montag der „Weltalzheimertag“ begangen. Auch in der bis zum Sonntag (27. September) dauernden „Woche der Demenz“ wollen die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und weitere Hilfsorganisationen in diesem Jahr darauf hinweisen, dass Demenzkrankheiten nicht ausschließlich bei hochbetagten Menschen auftreten. Sie könnten, wenn auch sehr viel seltener, ebenso jüngere Menschen betreffen.
„Auch Menschen unter 60 können betroffen sein – und bei ihnen beginnt die Erkrankung nicht immer mit Vergesslichkeit“, teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit. „Veränderungen von Sprache, Persönlichkeit, Verhalten oder geistiger Leistungsfähigkeit können erste Anzeichen sein.“
55 Millionen Erkrankte weltweit
Der Welt-Alzheimertag macht seit 1994 auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam. Weltweit sind etwa 55 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl voraussichtlich auf 139 Millionen steigen, besonders dramatisch in China, Indien, Südamerika und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.
In Deutschland sind laut Alzheimer Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, rund 60 Prozent von ihnen an Alzheimer. Insgesamt unterscheiden Mediziner aber mehr als 50 verschiedene Formen von Demenz. Sie verlaufen sehr unterschiedlich und haben unterschiedliche Ursachen.
So ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Form der Erkrankung: Bei ungefähr jedem fünften Menschen mit Demenz liegt die Ursache in Durchblutungsstörungen. Durch kleinere Schlaganfälle kann die Durchblutung gestört und dadurch das Gewebe des Gehirns zerstört werden. Demenzen führen immer zum zunehmenden Verlust der kognitiven Leistungsfähigkeit.