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29.05.2026
Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor warnt vor billigen Fußballtrikots. In diesem Fall dürfte es sich allerdings um ein Qualitätsprodukt handeln.
Foto / Quelle: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Hilfswerk kritisiert Billig-Trikots zur WM

Sie werden wieder massenhaft verramscht – Fan-T-Shirts mit Deutschland-Emblem. Misereor rät zu bewusstem Einkauf.

Aachen

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor hat billige Fan-Trikots zur Fußball-WM kritisiert. Günstige Fanartikel würden ohnehin unter hohem Preisdruck produziert. „Wenn sie extra für einen bestimmten Anlass hergestellt werden, verstärkt sich der negative soziale und ökologische Effekt in den meisten Fällen“, sagte Misereor-Fairhandels-Experte Wilfried Wunden am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Aktionen wie kostenlose Fußballtrikots beim Einkauf wirken zunächst attraktiv, werfen aber wichtige Fragen nach den Herstellungsbedingungen und Umweltfolgen auf“, sagte Wunden. Der Lebensmittelhändler Edeka hatte am Mittwoch mit einem Gratis-Fan-Shirt bei einem bestimmten Mindesteinkaufswert geworben. Eine Anfrage an das Unternehmen zur Herkunft der Hemden und zu Nachhaltigkeitsaspekten blieb bis zum späten Nachmittag ohne Reaktion.

Fairtrade und Fußball gehen zusammen

Der Misereor-Experte Wunden riet Verbraucherinnen und Verbrauchern, auf glaubwürdige Siegel wie Fairtrade oder „Global Organic Textile Standard“ (GOTS) zu achten. Außerdem sollten sie sich fragen, „ob ein Produkt wirklich gebraucht oder nur kurzfristig genutzt wird“.

Im deutschen Fußball gebe es bereits gute Ansätze für faire Produktion, etwa durch entsprechend mit Fairtrade zertifizierte Textilien, sagte Wunden. „Bundesligavereine wie Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt sind hier Vorreiter und zeigen, dass sich Fairness und Fußball verbinden lassen – vom Baumwollfeld bis zum Verkauf.“

Auch Katja Tölle von der Zeitschrift „Öko-Test“ empfahl, auf Nachhaltigkeitssiegel wie den „Grünen Knopf“ zu achten. Schon beim Blick auf das eingenähte Label in Textilien könne man sich oft „zusammenreimen, wie das produziert worden ist“. Auch ein hoher Verkaufspreis sage nicht unbedingt etwas aus. Es gebe „viel Greenwashing in diesem Bereich“, sagte die stellvertretende Chefredakteurin.

KNA
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