Novizen sollten auch offline sein können
Smartphones, Social Media und KI gehören längst zum Leben der Ordensleute, erklärt der oberste Benediktiner Jeremias Schröder.
Wer in den Orden der Benediktiner eintreten will, der muss sich in Verzicht üben – auch, was seine Online-Aktivität angeht. Der Umgang mit Internet und Smartphones müsse auf jeden Fall Teil der Ausbildung von Novizen sein, sagte der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). „Und das geschieht auch, einschließlich Handy abgeben im Noviziat.“
Wie weit dabei gegangen werden muss, könne das jeweilige Kloster, in das der Novize eintreten möchte, aber selbst entscheiden, so Schröder. „Eine sehr kontemplative Gemeinschaft wird damit anders umgehen als eine, die eine aktive Jugendarbeit macht.“
KI für Übersetzungen geeignet
Auch der Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Klöstern stehe er offen gegenüber, sagte der deutsche Benediktiner. Sie sei insbesondere dann nützlich, wenn es um die Simultanübersetzung bei Konferenzen gehe, an denen Mönche und Nonnen aus verschiedenen Ländern teilnehmen. Dennoch bleibe das Sprechen von Fremdsprachen auch in den Ordensgemeinschaften wichtig, denn es sei „gut für die Entwicklung des Verstehens anderer Denkhorizonte“.
Der aus dem Allgäu stammende Schröder steht seit 2024 als Abtprimas der weltweiten Benediktinischen Konföderation vor. Zur Gemeinschaft gehören Klöster in allen Erdteilen mit insgesamt etwa 7.000 Mönchen. Sie ist auch Betreiber der Ordenshochschule Sant’Anselmo in Rom. Die Föderation der Benediktinerinnen zählt etwa doppelt so viele Mitglieder.
Trotz Nachrichten über Mitgliederschwund und die Aufhebung von Klöstern blickt Schröder zudem optimistisch auf die Zukunft der Ordensgemeinschaft. Es gebe derzeit sowohl sterbende als auch neu aufblühende Klöster. Entscheidend für das Überleben sei die Qualität des Gemeinschaftslebens. Dies gelte sowohl für die streng abgeschlossenen als auch für die nach außen aktiven Klöster.