Die Weltmeister-Pfeife
Ausstellung im Kloster Dalheim zeigt fußballhistorische Reliquie.
Handspiel, Abseits, Foul – über den Sinn und Unsinn von Regeln und wie sie ausgelegt werden, wird nicht nur zur Fußball-Weltmeisterschaft vor dem Fernseher, an Stammtischen und im Stadion viel gestritten. Gut ist, wenn da jemand für Ordnung sorgt.
Wenn das Runde ins Eckige muss, ist das die Aufgabe der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Im Sinne eines fairen Wettkampfs überwachen sie die Einhaltung der Spielregeln und setzen sie – weil nun mal nicht alle 22 Akteure 90 Minuten lang Freunde sein können – im Zweifel auch durch.
Schöner Schiedsrichter-Moment
An einen aus deutscher Sicht besonders schönen Schiedsrichter-Moment erinnert pünktlich zum WM-Auftakt ein fußballhistorisches Exponat im Kloster Dalheim: jene Schiedsrichterpfeife, deren Schlusspfiff im Jahr 1974 das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft entschied. 20 Jahre nach dem „Wunder von Bern“ wurde die deutsche Herren-Nationalmannschaft mit einem 2:1 gegen die Niederlande zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister.
Gezeigt wird die originale Pfeife von Schiedsrichter John Taylor in der Sonderausstellung „Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur (bis 30. Mai 2027). Sie ist eine Leihgabe des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund.
LWL
Zur Sache
Die neue Ausstellung in dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift im Kreis Paderborn fragt nach dem Einfluss von Gesetzen, Geboten, Vorschriften und Verordnungen auf das Miteinander unterschiedlicher Gemeinschaften – von ganzen Staaten über das Fußball-Team bis an den Familientisch. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.