Wie Maria vertrauen
Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB eröffnet Wallfahrtszeit 2026 in Werl mit Pontifikalamt.
Mit dem Entzünden der Wallfahrtskerze beim Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ in der Werler Wallfahrtsbasilika eröffnete Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB aus der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede offiziell die diesjährige Wallfahrtszeit. Im drittgrößten Marienwallfahrtsort Deutschlands füllten mehrere hundert Gottesdienstfeiernde beim festlichen Pontifikalamt die Wallfahrtsbasilika. Bis zum Abschluss der Wallfahrtssaison am Hochfest Allerheiligen mit Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz am 1. November kommen zehntausende Pilgerinnen und Pilger in den berühmten Marienwallfahrtsort des Erzbistums Paderborn. Ausgehend vom diesjährigen Leitwort der Wallfahrtszeit in Werl „Wenn es dir guttut, dann komm!“ rief der Abt der Benediktinerabtei Königsmünster zu einer Haltung des Vertrauens auf.
Das Werler Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ zeige Maria im Sitzen, einer Körperhaltung des zur-Ruhe-kommens, des bei-sich-seins und des Gehalten-seins, erklärte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB in seiner Predigt. „Damit erinnert sie uns daran, dass sich unsere Seele, wenn wir unruhig sind und Gedanken uns umtreiben, sich setzen muss, damit das Schwere nach unten sinken kann und wir langsam wieder klarer sehen.“ Wer verunsichert und verstört sei, wisse nicht mehr, was und wem er glauben solle, brauche Vertrauen auf andere und auch auf sich, vertiefte der Benediktinerabt. Dabei schenke „Trost“, verstanden als Zutrauen und Vertrauen, Gewissheit, Sicherheit und Glauben, schenke Mut und Zuversicht, mache wieder handlungsfähig.
Gehalten – Halt geben
Die Werler Marienbild der „Trösterin der Betrübten“ sitze auf einem Thron und werde selbst zu einem Thron für ihren Sohn Jesus, dem Christus, dem Erlöser und Heiland der Welt, entfaltete Abt Cosmas weiter. Ausgehend davon betonte der Benediktinermönch: „Weil sich Maria gehalten weiß, kann sie auch dem Sohn Halt geben, der in ihrem Schoß im Zentrum des Gnadenbildes sitzt.“ Dabei sei im Werler Gnadenbild Jesus nicht als Kind, vielmehr als König und Richter der Welt dargestellt, seine rechte Hand sei zum Segen erhoben, in der linken halte er das Buch des Lebens. Im Blick darauf bekräftigte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB zum Abschluss seiner Predigt, Jesu Gegenwart tue gut, sei heilsam, schenke Kraft und Hoffnung, wichtig sei eine Haltung des Zutrauens und Vertrauens.
An der Eröffnung der Wallfahrtszeit 2026 nahmen Pilger aus dem ganzen Erzbistum Paderborn und darüber hinaus teil. Die Wallfahrt zum Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ im drittgrößten Marienwallfahrtsort Deutschlands hat eine jahrhundertelange Tradition. Zu Beginn des Pontifikalamtes entzündete Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB die Wallfahrtskerze, die neben dem Werler Gnadenbild in der Wallfahrtsbasilika steht, und eröffnete damit die Wallfahrtszeit 2026 offiziell. Vor dem Entzünden der Kerze betete Abt Cosmas: „Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt, das Licht für alle Menschen. Deine Gegenwart tut gut, ist heilsam, schenkt Kraft und Hoffnung. Schenke uns in den Bedrängnissen unseres Lebens Mut, Zuversicht und Freude und hilf uns, mit deinem Licht auch das Leben anderer Menschen hell zu machen. Bleibe du bei uns und geh du mit auf den Wegen unseres Lebens!“
Alle Menschen sind eingeladen
Wallfahrtsleiter Pastor Bernd Haase begrüßte Abt Dr. Cosmas Hoffmann OSB und die zahlreichen Wallfahrer vor dem Beginn des Pontifikalamtes. Mit Blick auf das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtszeit „Wenn es dir guttut, dann komm!“ betonte der Seelsorger, alle Menschen seien eingeladen und willkommen. Er dankte den hauptberuflichen und zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden, die die Wallfahrt möglich machen: „Sie öffnen einen Ort, der gut tun möchte!“.
Am Ende des feierlichen Gottesdienstes sprachen alle Gottesdienstteilnehmenden im Wechsel mit Wallfahrtsseelsorger Markus Ende das Gebet zur Wallfahrtszeit 2026: „Wir sehnen uns nach Zuversicht, die uns weiterführt, nach Worten, die uns stärken, und nach einer Hoffnung, die uns trägt. Maria, die Trösterin der Betrübten, lädt uns ein. Sie kennt die Wege der Menschen, sie kennt unsere Sorgen und unsere Hoffnung. Bei ihr dürfen wir aufatmen und neue Zuversicht schöpfen. Gemeinsam unterwegs zu sein tut gut. Es lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind. Es schenkt uns Gemeinschaft, die trägt, und Glauben, der im Miteinander wächst. Lass uns spüren, dass wir getragen sind – von dir, von Maria und von den Menschen an unserer Seite.“
Gebet der Wallfahrtszeit 2026
Zur Wallfahrtszeit 2026 hat das Werler Wallfahrtsteam eigens ein Gebet formuliert, das Wallfahrerinnen und Wallfahrer sprechen können.
Vorbeter
Guter Gott, wir kommen zu dir – aus unserem Alltag. Vieles gelingt uns, manches fordert uns heraus, und immer wieder suchen wir neu, was uns guttut und stärkt. Du kennst uns – mit allem, was uns bewegt.
Alle
So kommen wir zu dir, wie wir sind. Mit dem, was uns freut und dankbar macht, und mit dem, was uns beschäftigt und nach Orientierung suchen lässt.
Vorbeter
In unserem Leben gibt es vieles, das uns trägt: Menschen, die uns begleiten, Momente, die uns Kraft schenken und Erfahrungen, die uns wachsen lassen. Und doch bleiben Fragen, Unsicherheiten und Wege, die wir suchen.
Alle
Wir sind unterwegs – mit offenen Augen und offenem Herzen. Wir sehnen uns nach Zuversicht, die uns weiterführt, nach Worten, die uns stärken, und nach einer Hoffnung, die uns trägt.
Vorbeter
In diese Sehnsucht hinein hören wir den einfachen, aber tiefen Zuspruch des heiligen Franziskus: „Wenn es dir guttut, dann komm.“ Eine Einladung, die Freiheit schenkt und Vertrauen weckt.
Alle
Sie meint auch uns – sie nimmt uns ernst in dem, was wir sind und was wir brauchen. Sie eröffnet uns einen Weg, der uns guttut und neue Kraft schenkt.
Vorbeter
Auch Maria, die Trösterin der Betrübten, lädt uns ein. Sie kennt die Wege der Menschen, sie kennt unsere Sorgen und unsere Hoffnung. Bei ihr dürfen wir aufatmen und neue Zuversicht schöpfen. Auch sie sagt uns zu: Wenn es dir guttut, dann komm!
Alle
Viele Menschen haben es erfahren: Wer sich auf den Weg macht, bleibt nicht derselbe. Die Schritte verändern den Blick, die Begegnungen stärken die Seele, und das gemeinsame Ziel verbindet.
Vorbeter
Gemeinsam unterwegs zu sein tut gut. Es lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind. Es schenkt uns Gemeinschaft, die trägt, und Glauben, der im Miteinander wächst.
Alle
Lass uns spüren, dass wir getragen sind – von dir, von Maria und von den Menschen an unserer Seite. Amen.