Adveniat-Bilanz 2025
Mit 30,6 Millionen Euro für mehr als 800 Projekte verlässlich bei den Menschen in Lateinamerika.
„Adveniat ist der langfristig und nachhaltig verlässliche Partner an der Seite der Menschen in Lateinamerika und der Karibik.“ Das hat Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck bei der Vorstellung des Jahresberichts des Lateinamerika-Hilfswerks am Dienstsitz in Essen gesagt. Im Geschäftsjahr 2025 seien mehr als 800 Projekte mit 30,6 Millionen Euro gefördert worden. „Und das in Zeiten, in denen der entwicklungspolitische Kahlschlag und die geopolitischen Entscheidungen des amtierenden US-Präsidenten ganz besonders für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik existentielle Folgen haben“, so Bischof Overbeck. „Denn im Globalen Süden steigt die Zahl der Hungernden infolge der Kriege und Krisen massiv an.“
Auf seiner Reise nach Kolumbien hätten ihm die Partnerinnen und Partner mit Blick auf die Zerschlagung der weltweit größten Hilfsorganisation USAID Mitte 2025 durch Präsident Trump signalisiert: „Es ist gut zu wissen, dass das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die Spenden der bundesweiten Weihnachtskollekte nutzt, um verlässlich Projekte in Lateinamerika und der Karibik zu unterstützen.“
Besonders berührt zeigte sich Overbeck von dem Projekt Talitha Qum im kolumbianischen Cartagena, das auch bei Papst Franziskus auf dem Besuchsprogramm stand. Ordensschwestern ermöglichen hier Mädchen und jungen Frauen eine gute Zukunft, die vergewaltigt und missbraucht wurden und als junge Mütter ein schwieriges Leben führen. Erfreut zeigte sich Adveniat-Bischof Overbeck, dass dieses wichtige Thema im Mittelpunkt der diesjährigen bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion steht, die am 1. Adventssonntag im Erzbistum München und Freising unter dem Motto: „Mut-Macherin. Frauen stärken. Hoffnung schenken.“ eröffnet wird.
Massive Gewalt gegen Frauen
„Denn Frauen erleiden allein aufgrund ihres Frauseins Ausgrenzung, massive Gewalt bis hin zu Ermordungen“, erläuterte Overbeck die weltweit dramatische Wirklichkeit für Frauen. „In den nach wie vor vom Machismo, also dem männlichen Dominanzgehabe, geprägten Gesellschaften Lateinamerikas sind sogenannte Femizide – Morde an Frauen aufgrund ihres Geschlechts – grausamer Alltag. Die UN-Wirtschaftsorganisation für Lateinamerika und die Karibik hat mehr als 19.000 Femizide in den vergangenen fünf Jahren gezählt, das sind gut elf pro Tag“, so der Adveniat-Bischof.
Adveniat-Geschäftsführerin Tanja Himer erläuterte angesichts dieser Dramatik, wie Adveniat mit den Partnerinnen vor Ort ein Netzwerk der Solidarität für Frauenrechte knüpft und das Bewusstsein schärft. In Frauenhäusern finden Mütter mit ihren Kindern Schutz, in psychologischen Beratungsstellen können Frauen ihre Gewalt- und Leidensgeschichten aufarbeiten, Ausbildungs- und Berufsvorbereitungskurse ermöglichen es Frauen, ihr eigenes Geld zu verdienen.