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27.05.2026
Der Papst beschäftigt sich mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Foto / Quelle: pixabay

Viel Lob für KI-Text des Papstes

Künstliche Intelligenz braucht Regulierung, findet Papst Leo XIV. So sehen es auch wichtige Vertreter aus Politik, Ethik und Digitalbranche.

Bonn

Nach dem Papst-Lehrschreiben zu Künstlicher Intelligenz gibt es viel Lob und zugleich Forderungen nach einer ethischen KI made in Germany. „Wenn wir wollen, dass Technologie dem Menschen dient, dann müssen wir sie selbst gestalten. Nicht nur regulieren. Sondern entwickeln, prägen und verantworten“, sagte Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) der „Rheinischen Post“: „Ethische KI aus Deutschland und Europa ist deshalb eine Voraussetzung für demokratische Selbstbestimmung im digitalen Zeitalter.“

Ralf Wintergerst, Präsident des Digitalfachverbands Bitkom, sagte der Zeitung: „Künstliche Intelligenz muss dem Menschen dienen und damit auch dem Gemeinwohl.“ Die Technologie könne viel Nutzen stiften, etwa bei der früheren Erkennung von Krankheiten. Wo Grundrechte, Sicherheit oder Menschenwürde berührt sind, müssten aber klare Grenzen gezogen werden. Nur wenn gute KI-Anwendungen in Europa „entstehen, trainiert und eingesetzt werden, können wir sie nach unseren Werten gestalten und für das Gemeinwohl nutzbar machen“.

Papst warnt vor Entmenschlichung

In seiner ersten Enzyklika „Magnifica humanitas“ (Großartige Menschheit) fordert Papst Leo XIV. unter anderem strengere Richtlinien für die KI, ohne die Technologie grundsätzlich zu verteufeln. Er warnt vor Entmenschlichung durch verfehlte Nutzung und dringt auf eine breitere gesellschaftliche Kontrolle von KI.

Der Wiener Sozial- und Medienethiker Alexander Filipovic lobte das Schreiben als gelungenen Beitrag zur aktuellen Debatte über KI. Dem Papst sei ein „radikaler Gegenwartsbezug“ gelungen, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Zu wünschen sei, so Filipovic weiter, dass sich die großen Tech-Unternehmen zusammensetzen und „vielleicht mithilfe der Vereinten Nationen ein Gremium einrichten, das sich dauerhaft mit Regulierung und Grenzen künstlicher Intelligenz befasst“.

Brauchbar für die Praxis

Nach Ansicht des KI-Experten Philipp Hartmann gibt der Papst brauchbare Hinweise für die tägliche Praxis. „Leo XIV. bleibt nicht bei abstrakten Mahnungen, sondern arbeitet die Auswirkungen auf konkrete Lebensbereiche heraus“, sagte er der KNA. Hartmann unterstützt Unternehmen bei der KI-Einführung.

Die zentrale Aussage, der man aus der Praxis nur zustimmen könne, sei: „Der Einsatz von KI ist niemals eine rein technische Angelegenheit.“ Das sei exakt der Punkt, den er in Unternehmensprojekten immer wieder erlebe: „Eine KI-Einführung wird als IT-Projekt eingekauft, ist aber in Wahrheit eine Entscheidung über Prozesse, in denen es um Menschen geht: wer wo arbeitet, wem ein Kredit gewährt wird, wer eingestellt wird.“

Aus Sicht der Praxis komme aber zu kurz, so Hartmann weiter, „dass viele der aufgezeigten Entwicklungen nicht zwangsläufig sind, sondern auch aus einer Bequemlichkeit heraus entstehen“. Die Konzentration in wenigen Händen etwa entstehe auch dadurch, „dass europäische Unternehmen und Konsumenten lieber bequem bestehende Angebote nutzen, statt eigene Alternativen aufzubauen“.

KNA

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