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17.09.2026
Armut hat viele Gesichter: Hier werden Lebensmittel, die an Bedürftige verteilt werden, angeliefert.
Foto / Quelle: Harald Oppitz/KNA

Vatikan hinterfragt Erfolg bei Armutsbekämpfung

Die UN haben sich hohe Ziele für eine Welt ohne Hunger gesetzt. Jedoch werden Fortschritte teils zurechtgerechnet, meint der Vatikan.

Genf

Der Vatikan äußert Zweifel am Erfolg der globalen Armutsbekämpfung und prangert erneut zu hohe Rüstungsausgaben an. Mit einem wachsenden weltweiten Wohlstand habe auch die Ungleichheit zugenommen, sagte Erzbischof Ettore Balestrero, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, vor der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung am Mittwoch. Diesen Trend dürfe man nicht losgelöst von Militärausgaben betrachten. Zudem seien Konflikte ein wesentlicher Treiber für Ernährungsunsicherheit.

Die Behauptung, die Armut sei global gesunken, stütze sich auf die Bemessungskriterien aus der Vergangenheit, die den heutigen Realitäten nicht entsprächen, sagte der Vatikanvertreter. Während die am wenigsten entwickelten Länder der Welt weniger als ein Fünftel der Weltbevölkerung umfassten, lebe dort die Hälfte aller Armen.

Schuldenlast von 774 Milliarden Dollar

Verschärft werde die Lage durch die Schuldenlast von 774 Milliarden US-Dollar (671 Milliarden Euro) nach dem Stand von 2024. „Hinter diesen Zahlen verbergen sich die Leben von über 550 Millionen Menschen, deren angeborene, von Gott gegebene Würde allzu oft infrage gestellt und missachtet wird“, sagte Balestrero.

70 Prozent aller weltweiten Ernährungskrisen in den letzten 15 Jahren betrafen nach Worten des Vatikandiplomaten die am wenigsten entwickelten Länder. Während die Militärausgaben weiter stiegen, sei die öffentliche Entwicklungshilfe demgegenüber um über ein Viertel gesunken. Konflikte würden leichter gefüttert als Menschen ernährt, sagte Balestrero. Dies zeige ein „grundlegendes Ungleichgewicht bei den politischen und moralischen Prioritäten“.

KNA
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