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16.09.2026
Immer wieder intensive Fußballduelle: die Niederlande gegen Deutschland.
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Niederlande gegen Deutschland: epische Duelle, Lamas und Enten

Am 24. September sitzt Jürgen Klopp erstmals als Trainer der Fußballnationalmannschaft auf der Bank. Der Gegner hat es in sich.

Bonn

Für sein erstes Spiel als Bundestrainer bekommt es Jürgen Klopp gleich mit einem echten Schwergewicht zu tun. Am 24. September tritt die deutsche Fußballnationalmannschaft in Amsterdam gegen die Niederlande an. Zum 49. Mal treffen die beiden Teams aufeinander. Die bisherige Bilanz: 18 Siege für Deutschland, 18 Unentschieden und 12 Siege für die Niederlande.

Was nicht in der Statistik steht: die vielen Geschichten rund um die Duelle zwischen den beiden Nachbarn. Schon die erste Partie am 24. April 1910 in Arnheim lieferte den Chronisten jede Menge Futter. Aus deutscher Sicht glich das Match einer Achterbahnfahrt. Nach einer 2:1-Halbzeitführung glichen die Niederländer in der 73. Minute aus. Kurz darauf hatte Max Breunig die erneute Führung für die Gäste auf dem Fuß – verschoss aber seinen Elfmeter. Stattdessen traf sein Mannschaftskamerad Walter Hempel, allerdings ins eigene Netz – 3:2 für die Niederlande, die in der 87. Minute auf 4:2 erhöhten.

Schatten des Krieges

Aufseiten der Niederländer lief ein gewisser Arnold Hörburger auf. Fun-Fact Nummer 1: Der Vater stammte aus Mannheim. Fun-Fact Nummer 2: Arnold hatte einen ebenfalls fußballspielenden Zwillingsbruder, was bei einem Match gegen Belgien zwei Jahre zuvor für Verwirrung sorgte. In der ersten Halbzeit schied Arnold verletzungsbedingt aus, ein auch für seine Mannschaft schmerzliches Ereignis. Auswechslungen waren damals noch verboten. In der Pause erlebte Hörburger dann eine Wunderheilung und konnte plötzlich wieder mitspielen. Oder war es sein eineiiger Zwillingsbruder Anton?

Tragisch verlief das Leben des deutschen Stürmers Eugen Kipp, der bei der Länderspielpremiere gegen die Niederlande das erste Tor erzielte. Nahe der belgischen Stadt Ypern wurde Kipp im Ersten Weltkrieg schwer verwundet, konnte sich von seinen Verletzungen nie mehr richtig erholen und starb 1931 mit nur 46 Jahren.

Es war der Zweite Weltkrieg, der den sportlichen Wettstreit zwischen den beiden Nationen lange überschattete. Im Mai 1940 marschierte die Wehrmacht in die neutralen Niederlande ein. Auf die Gräuel unter der NS-Besatzung spielte noch 1974 Mittelfeldspieler Willem van Hanegem an, als er sagte: „Der Hass, er war immer da. Er hat Hintergründe, die jeder kennt und die noch nicht vergangen sind.“ Hanegem, Jahrgang 1944, hatte mehrere Familienmitglieder im Krieg verloren.

Der Wahnsinn des Krieges spiegelt sich auch in den Karrieren mancher Nationalspieler wider. Der Niederländer Bram Appel etwa wurde 1942 als Zwangsarbeiter nach Berlin verschleppt, wo er zeitweilig für Hertha BSC auflief. Dem Verein waren im Krieg die Fußballer ausgegangen. Nach dem Krieg wurde Appel deswegen in seiner Heimat als Kollaborateur verunglimpft.

Auch Kultkicker Willi „Ente“ Lippens hatte einen schweren Stand. Der Sohn eines Niederländers und einer Deutschen lief 1971 ein einziges Mal als Nationalspieler auf: für die Niederlande. Seine Mitspieler ignorierten ihn weitgehend. Zugleich beschwor ihn sein Vater, der unter dem NS-Regime zu leiden hatte, niemals für das deutsche Team aufzulaufen.

Extraklasse und Niveauverluste

Mit dem WM-Finale 1974 – Deutschland holte gegen die favorisierten Niederländer um Weltstar Johan Cruyff zum zweiten Mal den Titel – begann eine Reihe von ebenso dramatischen wie legendären Spielen. 1988 warfen die Niederländer mit Marco van Bastens Tor in der 89. Minute die Deutschen im Halbfinale aus der EM im eigenen Land. Kurz darauf gewannen sie die Europameisterschaft. Wenig sportlich verhielt sich Ronald Koeman, der sich nach dem Match mit dem Trikot von Olaf Thon den Allerwertesten abwischte.

Beim nächsten großen Turnier, der WM 1990 in Italien, trafen die beiden Rivalen erneut aufeinander. In einem umkämpften Achtelfinalspiel setzten sich diesmal die Deutschen durch. In Erinnerung bleibt aber auch die Spuckattacke von Frank – „das Lama“ – Rijkaard auf Rudi Völler. Beide Spieler flogen vom Platz; Rijkaard entschuldigte sich später.

Inzwischen geht es entspannter zu, wenn auch nicht ohne gelegentliche Schmähungen – wie 2002: „Ohne Holland fahr’n wir zur WM“. Musikalisch und als Feierbiester liegen die Oranje-Fans aber vorn. Mit „Nach Links, nach Rechts“ hüpfen sie sich in den Straßen warm. Und „Het Wilhelmus“, die Nationalhymne der Nachbarn, ist eh kaum zu toppen.

KNA
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