UN-Bericht: Globaler Hunger geht weiter zurück
Der Kampf gegen den globalen Hunger macht Fortschritte. Doch der Krieg im Golf, Wetterextreme und Kürzungen von Hilfsgeldern dürften den Trend dämpfen, warnen Experten.
Die Zahl der Hungernden weltweit ist erneut gesunken. Das geht aus dem UN-Jahresbericht zur globalen Ernährungssicherheit hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach litten im vergangenen Jahr 7,8 Prozent der Weltbevölkerung unter Hunger – nach 8,1 Prozent im Jahr 2024 und 8,6 Prozent im Jahr 2022. Die Experten sprachen von einer langsamen, aber stetigen Verbesserung. Den Angaben zufolge waren 2025 in absoluten Zahlen rund 645 Millionen Menschen von Hunger betroffen, 14 Millionen weniger als im Jahr zuvor.
Zugleich warnten die herausgebenden Organisationen – die Welternährungsorganisation FAO, der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), das Kinderhilfswerk Unicef, das Welternährungsprogramm WFP und die Weltgesundheitsorganisation WHO – vor Rückschlägen angesichts aktueller Ereignisse. Handelsunterbrechungen durch den Konflikt im Golf, verbunden mit Wetterextremen und Kürzungen der öffentlichen Entwicklungshilfe und humanitärer Gelder, drohten die Fortschritte im Kampf gegen den weltweiten Hunger zu untergraben.
Nahostkonflikt lässt Hunger steigen
Eigentlich haben die Vereinten Nationen sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Hungernden bis 2030 auf 503 Millionen zu senken. Diese Vorgabe wurde vor dem Hintergrund gestiegener Treibstoff- und Düngerpreise schon auf 510 bis 520 Millionen korrigiert.
Laut dem aktuellen Ernährungsbericht SOFI 2026 gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Weltregionen. Während sich Asien, Lateinamerika und die Karibik seit Jahren positiv entwickelten, bleibe die Lage in Afrika mit etwa 309 Millionen Hungernden trotz jüngster Fortschritte besorgniserregend.
150 Millionen Kinder chronisch mangelernährt
Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell betonte, dass vor allem mit Blick auf die Ernährungssicherheit von Kindern mehr getan werden müsse. Rund 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien 2024 nach wie vor chronisch mangelernährt gewesen. Die Zahl sei zwar ebenfalls rückläufig – aber immer noch zu hoch. „Jedes Kind verdient die Chance, zu wachsen und sein volles Potenzial zu entfalten, und das beginnt mit dem Zugang zu nahrhaften, erschwinglichen Lebensmitteln“, sagte Russell.