Papst ruft Religionen zu gemeinsamem Friedenseinsatz auf
Seinen letzten Reisetag in Frankreich beginnt Leo XIV. in Metz. Bei einem Treffen mit Religionsvertretern ruft er zu einem gemeinsamen Einsatz für Frieden auf.
Papst Leo XIV. fordert von den Religionen einen gemeinsamen Einsatz für Menschenwürde und Frieden. Sich auf den Namen Gottes zu berufen, um Gewalt oder Unterdrückung zu legitimieren, stelle eine Entweihung dieses Namens dar, sagte er bei einem interreligiösen Treffen am Montagmorgen in Metz. „Nichts, was die Menschenwürde entstellt, kann sich auf wahre göttliche Eingebung berufen.“
Von den Religionsvertretern forderte er, sich für eine Kunst der Begegnung starkzumachen, die das direkte Gegenteil von Aggressivität und Gewalt sei. „Der religiöse Diskurs muss stets dazu aufrufen, die Herzen und die Worte zu entwaffnen“, so Leo XIV.
Freundschaften schließen und Leben schützen
„Als religiöse Frauen und Männer ist es unsere gemeinsame Verantwortung, (…) Zeugnis davon zu geben, dass es, über alle Grenzen hinweg, stets möglich ist, einander zu begegnen, Freundschaften zu schließen und Frieden zu stiften“, so das Kirchenoberhaupt. „Der Dialog nimmt uns nichts von unserer Identität, sondern bringt sie in Einfachheit und Wahrheit zum Ausdruck, wenn sie sich der Andersartigkeit des anderen öffnet.“
Der religiöse Einsatz für Frieden und Geschwisterlichkeit drücke sich zudem im Schutz des Lebens aus, auch in schwierigen Zeiten und bis zu seinem Ende, erklärte der Papst. „Die Größe einer Zivilisation misst sich nicht an ihren materiellen Errungenschaften, sondern daran, wie sie sich um den Menschen kümmert, ihn schützt und ihn fördert.“
Abschließend rief Leo XIV. die Religionsvertreter dazu auf, insbesondere jungen Menschen feste Orientierungspunkte für den Aufbau einer Gemeinschaft zu bieten, die die Würde jedes Menschen achte und zur Geltung bringe.
KNA
Hintergrund
Die interreligiöse Begegnung im Robert-Schumann-Kongresszentrum war der Auftakt von Leos XIV. Besuch in Metz. Es folgte ein Treffen zum Thema „Wurzeln Europas für Frieden und Einheit“. Am Abend beendet der Papst seine viertägige Frankreichreise mit einer Messe in der Kathedrale von Metz. Gegen 21 Uhr wird er in Rom zurückerwartet.