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15.09.2026
Die Preise für Benzin und Diesel steigen (Archivbild aus März 2026).
Foto / Quelle: Harald Oppitz/KNA

Wirtschaftsethiker gegen Preisbremse für Sprit

Soll der Staat die steigenden Benzinpreise abfedern? Nein, sagt ein Fachmann. Mehr Eigenverantwortung sei das Gebot der Stunde.

München

Die Kraftstoffpreise erreichen immer neue Rekordhöhen – sollte der Staat eingreifen? Der Münchner Wirtschaftsethiker Johannes Wallacher rät zur Zurückhaltung. Eine flächendeckende Preisbremse wäre das falsche Signal, sagte Wallacher der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag. Zum einen sei der Effekt auf die Verbraucher zweifelhaft, zum anderen könne die Bundesregierung solche geopolitischen Risiken nicht auf Dauer mit der Gießkanne abfedern.

Allenfalls sei zu überlegen, ob es für soziale Härtefälle zielgerichtete, dann aber unbürokratische Unterstützung geben solle, fügte der Präsident der Münchner Hochschule für Philosophie hinzu. Damit unterstützte Wallacher einen Vorschlag, den der Chef des Sozialflügels der CDU, Dennis Radtke, bereits im Sommer gemacht hatte. Auf dem Land zu wohnen, wo es eine schlechte Nahverkehrsanbindung gebe, sei für sich genommen aber noch kein solcher Härtefall, sagte der Wissenschaftler.

Die höheren Kraftstoffpreise bescherten dem Staat zugleich höhere Einnahmen aus der Benzinsteuer, gab der Wirtschaftsethiker zu bedenken. Einen Teil davon könnte er an bedürftige Haushalte zurückgeben. Dies sei ja auch schon im Zusammenhang mit dem sogenannten Klimageld diskutiert worden.

Mehr Eigenverantwortung gefragt

Wallacher sagte, in der aktuellen Debatte sei generell mehr Eigenverantwortung gefragt. Es gehöre zu den schmerzlichen Lerneffekten der deutschen Gesellschaft, dass fossile Brennstoffe nicht nur zurückgefahren müssten, um die Klimaerwärmung zu verringern. Durch kriegerische Auseinandersetzungen um Förderländer, Pipelines und Handelswege seien sie auch immer stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt.

Sich gegen solche Krisen resilienter zu machen, könne die Gesellschaft nicht allein dem Staat überlassen, betonte er. Jeder Einzelne müsse sich gegen neue Formen der Bedrohung wappnen, je nach seinen individuellen Möglichkeiten. Manche könnten einfach weniger Auto fahren oder auf E-Mobilität umsteigen.

KNA
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