1 Min.
06.11.2026
Ausgehend von Frankreich gab es auch in Deutschland Proteste von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Foto / Quelle: Corinne Simon/KNA

Katholische Jugend: Proteste sind kein Generationenkonflikt

Der BDKJ in Baden-Württemberg fordert, junge Menschen müssten an Entscheidungen, die sie betreffen, „mit echtem Einfluss beteiligt werden“.

Wernau

Die katholische Jugend in Baden-Württemberg warnt davor, die Jugendproteste auf einen Generationenkonflikt zu verkürzen. Es gehe „nicht darum, Generationen gegeneinander auszuspielen“, erklärte Moritz Baßler, Diözesanleiter des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Freiburg.

Die Forderungen der jungen Menschen richteten sich „nicht gegen ältere Menschen, sondern gegen Zustände“. Junge Menschen hätten deutlich gemacht, was sie bewegt: „Bezahlbarer Wohnraum, Bildungsgerechtigkeit, Nein zur Wehrpflicht, ein Leben ohne Existenzsorgen, Klimagerechtigkeit und echte Mitbestimmung“, so Baßler.

Mitbestimmung in Kommunen, Land und Bund

Der baden-württembergische BDKJ-Landesverband forderte, junge Menschen müssten „an Entscheidungen, die sie betreffen, systematisch und mit echtem Einfluss beteiligt werden – in Kommunen, Land und Bund“.

Strukturen wie Jugendbeiräte, Jugendhaushalte und Beteiligungsformen der Jugendarbeit müssten ausgebaut und verlässlich finanziert werden. Jugendverbände seien Orte, an denen junge Menschen Demokratie, Verantwortung und Mitbestimmung im Kleinen erlebten. „Sie brauchen dauerhafte, planbare Förderung – nicht konstante Förderunsicherheit“, hieß es.

Bei den deutschlandweiten Protesten, die unter anderem von der Bewegung „Gen Z regelt“ organisiert wurden, gingen am Samstag in über 30 Städten den Angaben zufolge insgesamt rund 100.000 vornehmlich junge Menschen auf die Straße. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen kam es in einigen Städten am Rande der Demonstrationen zu Ausschreitungen und Plünderungen.

„Die inakzeptable Gewalt und Unterwanderung der friedlichen Proteste durch einige wenige darf nicht dazu führen, dass sie die Debatten prägen“, forderte Fidelis Stehle, BDKJ-Landesvorsitzender Baden-Württemberg. Vielmehr müssten sich politische Entscheidungsträger jetzt verstärkt mit den „berechtigten Anliegen vieler junger Menschen“ auseinandersetzen.

KNA
0 Kommentare
Älteste
Neuste