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30.10.2026
Beschreibung Demonstrierende bei Protesten gegen soziale Ungleichheit und steigende Lebenshaltungskosten am 24. Oktober 2026 in Rom.
Foto / Quelle: KNA

Katholischer Jugendverband: Genau hinsehen bei Protesten am Samstag

Am Samstag wollen junge Menschen bundesweit für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben demonstrieren. Der Jugenddachverband BDKJ äußert Verständnis für die Proteste, rät aber dazu, genau hinzusehen.

Düsseldorf

Die Vorsitzende des katholischen Jugenddachverbandes BDKJ blickt mit gemischten Gefühlen auf die für Samstag angekündigten Gen-Z-Proteste. „Grundsätzlich finden wir in den Aufrufen zum Protest viele Themen, die wir teilen“, sagte Lisa Quarch am Donnerstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Düsseldorf. „Allerdings sind die Strukturen hinter den Protesten sehr intransparent.“

Die BDKJ-Bundesvorsitzende rief deswegen junge Menschen dazu auf, sich vorab über die einzelnen Veranstaltungen zu informieren und dann zu entscheiden, ob sie hinter den Werten und Zielen der jeweiligen Demonstration stehen könnten oder nicht.

Wachsender Frust

Viele Jugendliche und junge Erwachsene fühlten sich von der aktuellen Politik nicht gehört, so Quarch. „Wir verstehen, dass dadurch Frust entstehen kann.“ Sie forderte „verbindliche Beteiligungsformate für junge Menschen an politischen Entscheidungen“, damit ihre Anliegen gehört würden und das Vertrauen in demokratische Prozesse gestärkt werde.

Bei den Protesten in Frankreich und Italien habe es auch Gewalt gegeben, fügte die BDKJ-Vorsitzende hinzu. „Und wir sehen das Risiko, dass gewaltbereite Gruppen Proteste auch in Deutschland für sich nutzen könnten. Davon distanzieren wir uns klar und rufen alle Beteiligten dazu auf, gewaltfrei zu demonstrieren.“

Aus den Reihen des BDKJ beteiligten sich nach aktuellem Kenntnisstand keine Gruppen an den Vorbereitungen der Demos, so Quarch. „Uns sind bisher auch keine Gruppen bekannt, die sich gemeinsam an den geplanten Protesten beteiligen wollen.“

Proteste in 32 Städten angekündigt

Am Samstag sollen laut Angaben von „Gen Z regelt“ in 32 Städten Demonstrationen für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben stattfinden. Die Organisatoren schreiben über sich selbst: „Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie ohne uns über unsere Zukunft entschieden wird.“ Zuletzt gab es Warnungen vor einer Unterwanderung der Proteste durch Extremisten.

Der BDKJ vertritt laut eigenen Angaben über seine 17 Mitgliedsverbände die Interessen von rund 660.000 Kindern und Jugendlichen.

KNA

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