Bischof Franz-­Josef Overbeck: „Die Kirche der Zukunft wird bunter“

Der Essener Bischof Franz-­Josef Overbeck sprach im Katholischen Centrum über den Umgang mit Grenzen und Grenzerfahrungen sowie sich daraus ergebende Horizonterweiterungen

Abend mit Bischof Dr. Franz-­Josef Overbeck
Abend mit Bischof Dr. Franz-­Josef Overbeck im Katholischen Centrum (v. l.): Dr. Klaus Klother (Kath. St. Paulus Gesellschaft), Clemens Galuschka (Kath. St. Paulus Gesellschaft), ­Propst Andreas Coersmeier, Bischof Dr. Franz-­Josef Overbeck, Pastor Stefan Tausch (Kath. Forum) und Klaus Bathen (Kath. St. Paulus Gesellschaft). (Foto: Michael Bodin)
veröffentlicht am 03.01.2023
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Der Essener Bischof Franz-­Josef Overbeck sprach im Katholischen Centrum über den Umgang mit Grenzen und Grenzerfahrungen sowie sich daraus ergebende Horizonterweiterungen. Dazu eingeladen hatten das Katholische Forum Dortmund und das Forum Paulus der Katholischen St. Paulus Gesellschaft.

Dortmund. Bischof Franz-­Josef Overbeck, der seit 2011 auch Militärbischof der Bundeswehr ist, sprach über persönliche Grenz­erfahrungen ebenso wie über Grenzen, mit denen sich die Kirche auseinandersetzen müsse und Grenzen in der Abwägung des Einsatzes von Gewalt bei der militärischen Verteidigung eines Landes.

Als Grenzen, die von außen auf die Kirche einwirken würden, ­beschrieb Bischof Overbeck einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. „Die Welt, aus der wir stammen, vor allem die katholische, ist eine ­Ständegesellschaft, in der Identitäten ­vorgegeben waren“, ­erläuterte er. Heute hingegen würden Identitäten immer wieder neu bestimmt und hinterfragt. Auch die Klammer eines ­gemein­samen Berufes sei im Ruhrgebiet mit dem Ende von Bergbau und Stahlindustrie längst entfallen.

Mut zu Neuem

Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen Entwicklungen gelte es anzuerkennen, dass die Sozialform der Kirche als Volkskirche vorbei sei. Eine zukünftige Kirche werde bunter sein und zugleich „ganz anders, als wir sie heute kennen“. Wichtig sei es, solche Begrenzungen zu akzeptieren, anstatt nur darüber zu klagen und an Traditionen festzuhalten. Es gehe da­rum, Grenzen anzuerkennen und zugleich zu sagen, „es lohnt sich aber trotzdem“, sprach Bischof Overbeck die Chancen von Veränderungen an. Mit Hoffnung, Gottvertrauen und Mut zu Neuem könnten die richtigen Wege gefunden werden.

Über eine weitere Grenze sprach Bischof Overbeck vor dem Hintergrund des Angriffs Russlands auf die Ukrai­ne. Mit dem Einsatz von Gewalt als letzter Möglichkeit zur Verteidigung werde eine Grenze überschritten, die moraltheologisch schwer auszuhalten sei. Keine Gewalt anzuwenden würde jedoch der Gewaltherrschaft des Angreifers Tür und Tor öffnen, was nicht akzeptabel sei. Beim Einsatz von Gewalt sei aber die Grenze zu nicht mehr zu rechtfertigender Gewalt schnell erreicht.

Schauen Sie doch mal in die aktuelle DOM-Ausgabe zum Weihnachtsfest ein. Es lohnt sich bestimmt.

Wir alle vom Dom – Redaktion, Vertrieb, Anzeigenabteilung, Mediengestaltung und Druck – wünschen Ihnen einen ermutigenden Start ins neue Jahr. Schauen Sie doch mal in die aktuelle DOM-Ausgabe zum Weihnachtsfest rein. Es lohnt sich bestimmt.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
07.02.2023

 

 

 

 

Studie: In Nigeria gehen Katholiken am häufigsten zur Messe

In welchem Land ist der Gottesdienstbesuch unter Katholiken am höchsten? Eine Studie hat weltweit 36 Länder untersucht. Die Zahlen sind aus Sicht der Kirche wenig beruhigend.

weiterlesen
05.02.2023

 

 

 

 

Krieg in der Ukraine – „Echter Frieden braucht Gerechtigkeit“

Der Bischof von Odessa-­Simferopol, Stanislaw Schyrokoradiuk, äußerte sich in Paderborn über den Krieg in der Ukraine und die Solidarität der deutschen Katholiken.

weiterlesen
04.02.2023

 

 

 

 

Wozu sind Sie da, Johannes Wöstefeld?

Johannes Wöstefeld ist Elektroingenieur und Diplom-­Verwaltungswirt. Bis 2015 arbeitete er für das Arbeitsamt bzw. die Arbeitsagentur.

weiterlesen