Sternsingeraktion 2022 – „Gesund werden – gesund bleiben“

Jährlich sterben rund 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr, viele von ihnen an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Atemwegserkrankungen. Die Förderung von Kindergesundheit steht im Mittelpunkt der 64. Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerkes.

Die Kindersterblichkeit ist in den vergangenen 30 Jahren weltweit um mehr als die Hälfte gesunken. Doch noch immer sterben 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr, viele von ihnen an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Atemwegserkrankungen, Masern und anderen Infektionskrankheiten. (Fotos: Kindermissionswerk)
Die Kindersterblichkeit ist in den vergangenen 30 Jahren weltweit um mehr als die Hälfte gesunken. Doch noch immer sterben 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr, viele von ihnen an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Atemwegserkrankungen, Masern und anderen Infektionskrankheiten. (Fotos: Kindermissionswerk)
veröffentlicht am 02.01.2022
Lesezeit: ungefähr 5 Minuten

Jährlich sterben rund 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr, viele von ihnen an vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall oder Atemwegserkrankungen. Die Förderung von Kindergesundheit steht im Mittelpunkt der 64. Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerkes.

“Heute habe ich gelernt, wie ich mich vor dem Coronavirus schützen kann”, sagt Iven. “Es ist wichtig, eine Maske zu tragen. Und wenn man keine Seife zum Händewaschen hat, kann man auch Asche benutzen.” Begeistert erzählt der 15-­Jährige vom Gesundheitsclub seiner Schule, an dem er jede Woche teilnimmt. Ivens Schule in Sirigu, einem Dorf im Norden Ghanas, macht seit 2016 bei einem diözesanweiten Gesundheitsprogramm mit. Die Clubs spielen dabei eine wichtige Rolle: Jede Woche lernen die Schüler etwas Neues – von der persönlichen Hygiene bis hin zur Corona-­Prävention. “Mit dem Club haben wir sofort das Interesse der Schüler geweckt”, sagt Lehrer Justice Sakyi. “Für sie ist er eine willkommene Abwechslung zum theoretischen Unterricht.”

Im Klassenzimmer führen die Kinder Theaterstücke auf, beim Ratespiel auf dem Schulhof können sie ihr Gesundheitswissen testen. Außerdem lernen sie, wie man aus einem Kanister, Stöcken und einem Seil einfache Waschmöglichkeiten baut, sogenannte Tippy Taps. Vor allem in ländlichen Gegenden mit schlechter Wasserversorgung gibt es kaum Möglichkeiten zum Händewaschen. Wegen der COVID-19-­Pandemie hat sich das Bewusstsein dafür verstärkt, wie wichtig Hand­hygiene ist.

Gesundheitsclubs an Schulen

Ivens Mitschüler Jacob hilft bei der Organisation des Gesundheitsclubs. “Wir haben heute ein Theaterstück aufgeführt: ‘Der Mythos hinter COVID-19′”, erzählt er. In der Geschichte, die Jacob selbst mitentwickelt hat, ging es um zwei Dörfer – eines, das sich an die Corona-­Regeln hält, das andere nicht. Am Ende infizieren sich die Bewohner im zweiten Dorf, während die anderen gesund bleiben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gesundheitsarbeit an Schulen sind die vierteljährlich stattfindenden Untersuchungen aller Mädchen und Jungen. Ein medizinisches Team untersucht jedes Kind von Kopf bis Fuß: Haare, Augen, Ohren, Rachen. “Außerdem stellen wir Fragen”, erklärt Krankenschwester Cynthia, “denn manche Erkrankungen können wir von außen nicht erkennen.” Mit ihrer Diagnose gehen erkrankte Kinder dann zur Behandlung in eine Gesundheitsstation. Viele leiden unter Wurmerkrankungen, Augen- oder Ohrinfektionen, aber auch Hautkrankheiten, Wunden oder Zahnschmerzen müssen oft behandelt werden. “Die Untersuchungen heute waren sehr erfolgreich”, zieht Cyn­thia am Ende des Tages Bilanz. “Der Großteil der Schüler ist gesund.”

Sternsingeraktion 2022 setzt auf Gesundheit und Bildung

Das umfassende Gesundheitsprogramm findet mittlerweile an 118 Schulen der Diözese Navrongo-­Bolgatanga statt, 27 500 Mädchen und Jungen nehmen teil. In den Nachbar­diözesen Tamale und Yendi läuft das Programm an 123 Schulen. Hauptziel ist es, Krankheiten früh zu entdecken und zu behandeln, bevor es zu Komplikationen kommt. Wichtigster Grundsatz des Projektes: Ein gesundes Kind kommt regelmäßig in den Unterricht und lernt besser. So profitiert nicht nur die Gesundheit der Kinder von dem Programm, sondern auch ihre Bildung. Auch die Essensverkäuferinnen an den Schulen werden regelmäßig untersucht. Zusätzlich lernen sie in eigenen Trainings, Pausensnacks hygienisch zuzubereiten und zu verkaufen. 834 Frauen in der Diözese Navrongo-­Bolgatanga haben bereits daran teilgenommen. Wer besteht, bekommt ein ­Zertifikat und darf weiterarbeiten. So wird sichergestellt, dass die Verkäuferinnen keine Krankheiten an die Schüler übertragen.

Die Sternsinger unterstützen das Schulgesundheitsprogramm in Nordghana seit 2015. So konnten einfache Handwaschgelegenheiten sowie Toiletten an Schulen gebaut werden. Zudem fanden regelmäßige Gesundheitschecks für Schüler statt und neue Schulgesundheitsclubs wurden gegründet. Zusätzlich zu Gesundheits- und Erste-Hilfe-­Kursen für Lehrer wurden Erste-Hilfe-­Kästen für die Schulen angeschafft.

Info – Sternsingen 2022 im Erzbistum Paderborn

Im Erzbistum Paderborn sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seine Jugendverbände Träger der Aktion Dreikönigssingen. Gemeinsam sind Dach- und Jugendverband für die Vorbereitung und Organisation der Aktion Dreikönigssingen verantwortlich und entwickeln sie ständig weiter. Wie auch in den vergangenen Jahren lädt der BDKJ-­Diözesanverband Paderborn die Sternsinger gemeinsam mit Weihbischof Matthias König zum diözesanen Dankgottesdienst am 22. Januar 2022 um 10 Uhr in den Paderborner Dom ein. Coronabedingt findet dieser mit reduzierter Personenzahl und mit Voranmeldung unter den dann geltenden rechtlichen Vorgaben statt. Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung ist auf der Homepage des BDKJ Paderborn möglich. Im Erzbistum Paderborn wurden bei der 63. Aktion Dreikönigssingen im Jahr 2021 insgesamt 2 033 567,38 Euro gesammelt. 

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