Wie Briten die Industrielle Revolution ins Rollen brachten
In der neuen YouTube-Serie „Brits in Westphalia“ des LWL blickt Jasmine Sainsbury aus britischer Perspektive auf die Geschichte des Ruhrgebiets.
In der neuen YouTube-Serie „Brits in Westphalia“ des LWL-Medienzentrums für Westfalen blickt die Moderatorin Jasmine Sainsbury aus britischer Perspektive auf die Geschichte des Ruhrgebiets. Mit typisch britischem Humor folgt sie den Spuren von Bergleuten, Ingenieuren und Unternehmern aus Großbritannien und beleuchtet ihren Einfluss auf die Industrialisierung der Region. Die drei rund zehnminütigen Folgen sind auf dem YouTube-Kanal „Westfalen im Film“ zu sehen. Im Mittelpunkt der Serie steht die Zeit der Industriellen Revolution, die mit der Erfindung der Dampfmaschine in Großbritannien begann und im 19. Jahrhundert die deutschen Territorien erfasste. Britische Fachkräfte und ihr Know-how trieben die Industrialisierung auch in der Region Westfalen entscheidend voran.
Kurzweilig und informativ beleuchtet das Edutainment-Format den Einfluss britischer Arbeiter und Großindustrieller auf die Bergbau- und Stahlindustrie in Westfalen. Dabei verbindet die Serie handgezeichnete Animationen mit Experteninterviews und Moderation. Aus wissenschaftlicher Perspektive begleitet Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen das Format. Die aus Southampton stammende Moderatorin und Autorin führt in leicht verständlichem Englisch durch die Folgen, während ihr Interviewpartner Olaf Schmidt-Rutsch auf Deutsch antwortet. Sämtliche Inhalte sind zudem deutsch untertitelt.
Gedreht wurde das YouTube-Format in verschiedenen Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): unter Tage im Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis), auf den Fördertürmen der Zeche Zollern in Dortmund und im Freilichtmuseum Hagen, wo ein Zinkwalzwerk von 1847 rekonstruiert wurde. Aber auch die Stadt Wetter an der Ruhr zählt zu den Drehorten. Dort zeugen die Überreste der Harkortschen Maschinenfabrik von der Industrialisierung der Region. Ihr Betreiber Friedrich Harkort galt als „Vater des Ruhrgebiets“ und profitierte maßgeblich von Technologie, Expertise und Fachkräften aus Großbritannien. Neben dem Industriellen Harkort erzählt die Serie vom irischen Unternehmer William Thomas Mulvany, der Zechen in Gelsenkirchen und Herne errichtete. „Brits in Westphalia“ würdigt aber auch die Leistungen britischer Arbeiter, an die bis heute englische Familiennamen in der Region erinnern.
Die drei Folgen eröffnen damit eine besondere britische Perspektive auf die Industrialisierung Westfalens: Die erste Episode erzählt, wie westfälische Unternehmer britische Dampfmaschinen teils schmuggelten, teils importierten und schließlich vor Ort nachbauten. Die zweite Episode veranschaulicht zwei Schlüsseltechnologien der Eisen- und Stahlverarbeitung. In der abschließenden Episode geht es unter Tage. Sie beleuchtet die Rolle britischer Fachkräfte im Kohlebergbau.