Statistik: Weniger Menschen in Deutschland leben als Familie zusammen
Die geburtenstarken Jahrgänge früherer Jahrzehnte spielen in Deutschland als Mütter und Väter statistisch keine Rolle mehr.
In Deutschland leben merklich weniger Menschen in einer eigenen Familie als vor 30 Jahren. 2025 wohnten 49 Prozent der Bevölkerung als Eltern oder Kinder unter einem Dach, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. 1996 waren es noch 57 Prozent. Allerdings habe sich der Anteil seit 2015 in etwa eingependelt, so die Experten. Grund dafür sei die verstärkte Zuwanderung.
„Der jahrelange Rückgang der Bevölkerung in Familien ist vor allem auf die Alterung der geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge zurückzuführen. Die Babyboomer haben die typische Familienphase mit Kindern im Haushalt hinter sich gelassen“, erläuterte der Experte für demografische Analysen zu Familien im Statistischen Bundesamt, Thomas Körner.
Seit 2015 wirke die Zuwanderung dem Rückgang der Familien entgegen. Eingewanderte und ihre Nachkommen seien jünger und lebten häufiger in Familien. Auch dadurch hat sich laut Körner der Familienanteil an der Gesamtbevölkerung stabilisiert.
Zuwanderer leben selten als kinderloses Pa
2025 lebten 60 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Familien, in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren es 43 Prozent. Umgekehrt lebten nur 19 Prozent der Personen mit Einwanderungsgeschichte als Paar ohne Kind zusammen, bei Paaren nur mit deutschen Wurzeln lag der Anteil mit 32 Prozent deutlich höher.
Eine Person hat laut der Statistik eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 in Deutschland eingewandert sind. Hatten im Jahr 2005 noch 17 Prozent der Familien in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte, so hat sich ihr Anteil bis 2025 den Angaben zufolge auf 31 Prozent nahezu verdoppelt.
Familien mit Einwanderungsgeschichte sind zudem häufiger kinderreich. In 21 Prozent von ihnen lebten im vergangenen Jahr drei oder mehr Kinder. In Familien ohne Migrationshintergrund traf dies nur auf zehn Prozent zu. Demgegenüber ist der Anteil von Familien mit einem Kind bei Familien mit Einwanderungsgeschichte mit 43 Prozent deutlich niedriger als bei Familien mit deutschen Wurzeln (54 Prozent).
Mehr Alleinerziehende
Die Hälfte der Familien (50 Prozent) lebte 2025 mit einem Kind im Haushalt; in 37 Prozent der Familien lebten zwei Kinder und in 13 Prozent der Familien drei und mehr Kinder. Waren 1996 noch 78 Prozent der Familien Ehepaare mit Kindern, so sank dieser Anteil bis 2025 auf 66 Prozent. Im Gegenzug stieg der Anteil alleinerziehender Mütter und Väter von 18 auf 24 Prozent. Der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern stieg von vier auf zehn Prozent.
Die Zählung berücksichtigt nur Eltern, die mit Kindern leben. Wenn diese ausgezogen sind, werden die Eltern als Paar oder Alleinstehende ohne Kind erfasst. Grundlage der Statistik ist der jüngste Mikrozensus.