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20.07.2026
Haupthaus des Österreichischen Hospizes zur Heiligen Familie (ÖH, l.) und der Erweiterungsbau "Casa Austria" (Archivbild).
Foto / Quelle: Andrea Krogmann/KNA

Pilger-Hospiz in Jerusalem benötigt 15 Millionen Euro für Sanierung

Keine Gäste, aber hohe Kosten. Das österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem braucht Millionen für eine Sanierung. Für Unterstützung wirbt der neue Rektor. Denn das historische Haus ist mehr als nur eine Unterkunft.

Jerusalem

Das österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem steht durch den Krieg in Nahost vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Für die Sanierung des historischen Altbaus seien rund 15 Millionen Euro erforderlich, sagte Rektor Franz Xaver Brandmayr in einem am Sonntag veröffentlichten Interview in der österreichischen Zeitung „Kurier“.

Der Verlust infolge des Krieges beziffere sich, so Brandmayr weiter, auf rund zwei Millionen Euro. Das Haus sei als einziges Pilgerhaus durchgehend geöffnet gewesen. Man habe die Mitarbeiter bewusst weiterbeschäftigt, obwohl Pilger weitgehend ausgeblieben seien.

Café als Begegnungsort

Stets funktioniert hat nach Worten Brandmayrs aber das hauseigene „Café Triest“. Das traditionsreiche Haus in der Jerusalemer Altstadt werde von Juden, Arabern und Palästinensern besucht. „Sie reden zwar nicht miteinander, sitzen aber friedlich nebeneinander“, so der Hospiz-Rektor.

Für die notwendige Sanierung des historischen Gebäudes müsse nun ein Finanzierungskonzept entwickelt werden. „Noch rätseln wir, woher das Geld kommen kann.“ Langfristig könne das Hospiz wirtschaftlich gut bestehen, wenn es wieder voll ausgelastet ist, ist Brandmayr überzeugt.

Pilgerhaus mit viel Geschichte

Das Pilgergästehaus mit rund 120 Betten, Kapelle und Café liegt in der Jerusalemer Altstadt direkt an der Via Dolorosa. 1863 als Pilger-Hospiz eröffnet wurde das Gebäude im Laufe der Zeit mehrfach beschlagnahmt und war unter anderem Waisenhaus, Internierungslager, Offiziersschule und Krankenhaus. Seit 1985 ist es wieder im Besitz der katholischen Kirche. 1988 wurde es nach einer Renovierung als Pilgerhaus wiedereröffnet und 2019 erweitert.

Franz Xaver Brandmayr übernahm das Amt des Rektors erst am 1. Juli – Israel hatte er erstmals im Mai 2026 besucht. Zuvor war Brandmayr Dompropst von Wiener Neustadt und von 2008 bis 2020 Rektor des päpstlichen Institutes Santa Maria dell‘ Anima in Rom. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte Brandmayr öffentlich dazu aufgerufen, trotz der schwierigen Sicherheitslage wieder nach Jerusalem zu pilgern.

KNA
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