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24.04.2026
Papst Leo XIV. hält das Evangeliar bei einem Gottesdienst am 23. April 2026 im Stadion von Malabo (Äquatorialguinea).
Foto / Quelle: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Papst Leo nach Afrika-Reise: Darum habe ich Autokraten besucht

Vier Länder, vier autokratische Herrscher, ein Papst. Leo XIV. hat afrikanische Staaten besucht, in denen Menschen nicht frei leben können.

Rom

Mit Besuchen bei Autokraten in Afrika will der Papst das Leben der Bevölkerung verbessern. Durch die diplomatischen Beziehungen zu autoritär geführten Ländern halte der Vatikan zudem einen Gesprächskorridor offen, sagte Leo XIV. am Donnerstag bei seinem Rückflug aus dem diktatorisch regierten Äquatorialguinea. In den vergangenen elf Tagen besuchte er zudem Algerien, Kamerun und Angola, die ebenfalls als „nicht frei“ gelten.

Auf der formalen Ebene mache der Vatikan dabei nicht immer große Proklamationen, indem er laut kritisiere, urteile oder verurteile, erklärte das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken auf Fragen der mitreisenden Journalisten. Doch im Hintergrund könne die Vatikan-Diplomatie viel bewirken. Sie könne an humanitären Anliegen wie der Bekämpfung von Hunger und Krankheiten oder etwa der Befreiung politischer Gefangener arbeiten.

Unterstützung durch Neutralität

„Durch die Aufrechterhaltung der Neutralität des Heiligen Stuhls und den Ansatz, positive diplomatische Beziehungen zu vielen verschiedenen Ländern zu unterhalten, versuchen wir tatsächlich, das Evangelium auf konkrete Situationen anzuwenden“, so Leo XIV. „Es ist wichtig für uns, den besten Weg zur Unterstützung der Menschen in einem bestimmten Land zu finden.“

Durch ihre globale Präsenz verfügt die katholische Kirche über das dichteste diplomatische Netzwerk weltweit. Der Heilige Stuhl unterhält derzeit zu 184 Staaten volle diplomatische Beziehungen. Hinzu kommen die Europäische Union und der Souveräne Malteserorden.

KNA

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