Lebensretter: Zahl der Badeunfälle durch mehr Aufklärung senken
Am Samstag ist der Welttag der Prävention gegen das Ertrinken. Um die Zahl tödlicher Badeunfälle zu senken, hätte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft ein paar konkrete Vorschläge.
Angesichts von rund 100 tödlichen Badeunfällen allein im Juni fordert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG mehr Aufklärungsarbeit. „Die meisten dieser tragischen Unfälle wären vermeidbar gewesen“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt am Freitag in Bad Nenndorf. Nationale Informationskampagnen des Bundes könnten helfen, die Zahl solcher Badeunfälle zu senken.
„Länder wie Schweden, Großbritannien und die Niederlande setzen sich auf staatlicher Ebene Ziele zur Reduzierung von Ertrinkungsunfällen“, so die DLRG-Präsidentin. „In Deutschland ist so etwas leider bislang kein Thema.“ Großbritannien etwa habe eigens eine „Drowning Prevention Strategy“ verabschiedet. Ziel sei, die Deutschland vergleichbaren Ertrinkungszahlen zu halbieren.
Mehr in Bäder investieren
Vor dem Welttag der Prävention gegen das Ertrinken am Samstag mahnte Vogt außerdem, möglichst viele Menschen zu sicheren Schwimmern auszubilden und zumindest das Schwimmabzeichen Bronze ablegen zu lassen. So nahmen die ehrenamtlichen DLRG-Ausbilderinnen und -Ausbilder hätten allein im vergangenen Jahr über 96.000 Schwimmabzeichen abgenommen.
Dafür brauche es allerdings neben weiteren freiwillig Engagierten auch eine bessere Bäderinfrastruktur, mehr Personal in den Schwimmbädern und mehr qualifizierte Lehrkräfte für den Schwimmunterricht in den Schulen. Insbesondere die Sanierung der bestehenden Schwimmbadlandschaft sowie der Neubau von Bädern in Gegenden, wo Bedarf bestehe, müssten auf allen politischen Ebenen eine höhere Priorität erhalten.