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23.07.2026
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Bibliothek des Deutschen Museums zählt jetzt eine Million Bücher

Bis zu 7.000 Bücher werden jährlich neu in den Bestand der Bibliothek des Deutschen Museums aufgenommen. Aus Privatbesitz erwarb die Einrichtung nun ein besonderes Exemplar, mit dem zugleich ein Rekord verbunden ist.

München

Bis zu 7.000 Bücher werden jährlich neu in den Bestand der Bibliothek des Deutschen Museums aufgenommen. Aus Privatbesitz erwarb die Einrichtung nun ein besonderes Exemplar, mit dem zugleich ein Rekord verbunden ist.

München (KNA) Der Bestand der Bibliothek des Deutschen Museums in München zählt jetzt eine Million Bände. Das teilte das Haus am Donnerstag mit. Die magische Zahl wurde demnach durch den Ankauf von „Costumes Français – Civils, Militaires et Religieux“, einem seltenen Band aus dem 1830er-Jahren über französische Kostümgeschichte, erreicht.

Dieses Werk sei in Deutschland nirgendwo sonst komplett vorhanden und stelle damit eine absolute Rarität dar, erläuterte Helmut Hilz, der Deutschlands größte Museumsbibliothek seit 1998 leitet. „Es fügt sich ideal in unseren historischen Bestand ein. Wir sammeln seit jeher Literatur zur alten Textiltechnik und Bekleidungshistorie.“

Weltweit einzigartiger Bestand

Die Bibliothek des Deutschen Museums verfügt den Angaben zufolge über einen weltweit einzigartigen Bestand an Original- und Sekundärliteratur zu Natur- und Technikwissenschaften. „Jedes Jahr kommen so circa 6.000 bis 7.000 Bücher dazu“, sagte Hilz. Das meiste seien Geschenke – von Verlagen, Autoren oder auch von privat. „Uns werden immer wieder ganze Sammlungen aus Nachlässen angeboten, aber da müssen wir schon aus Platzgründen sehr genau auswählen, was für unseren Bestand wirklich eine Bereicherung ist.“

Der Gründer des Museums, Oskar von Miller (1855-1934), habe 1903 bewusst auch eine Bibliothek haben wollen, um ein Studienzentrum für Naturwissenschaft und Technik zu schaffen. Im Januar 1908 habe diese dann ihre Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet und einen Bestand von 22.000 Bänden vorgehalten.

Hervorragend erhalten

Das neue Werk aus dem 19. Jahrhundert befasst sich laut Hilz detailliert mit der Mode- und Ausstattungsgeschichte Frankreichs und konnte aus Privatbesitz für 250 Euro erworben werden. Auf der Titelseite ist handschriftlich vermerkt, dass es 1837 vom königlich-preußischen Hoftheatermaler Karl-Johann Gerst (1792-1854) erworben wurde. Das Buch ist farbig illustriert und befindet sich in einem herausragenden Erhaltungszustand. Auf 100 feinen, von Hand aquarellierten Lithografien werden rund 2.500 historische Kostüme, Waffen, Möbel, Instrumente und viele weitere Ausstattungsstücke präsentiert.

Die detailreichen Tafeln dokumentieren den Wandel der Mode durch die Epochen: von spärlich bekleideten Galliern aus der Römerzeit oder Edelleuten des 14. Jahrhunderts in zweifarbigen Waffenröcken und spitzen roten Schnabelschuhen über die prunkvollen, mit opulenten Schleifen verzierten Hoftrachten unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. bis hin zu den antikisierenden, hochtaillierten Chemisenkleidern aus der Zeit Napoleons.

KNA
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