„Da beginnt ein Stück Himmel“
Einsatzorte in Bergkamen, Schwerte und Dortmund: Weihbischof Josef Holtkotte entsendet neue Gemeinde- und Pastoralreferenten in den Dienst.
„Vertrauen, Liebe und Hoffnung für ihr künftiges Wirken“: Das wünschte Weihbischof Josef Holtkotte den zwei Frauen und zwei Männern, die er an diesem Samstag in den pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn entsandte. Mit der offiziellen Sendungsfeier im Paderborner Dom zelebrierten Elias Räker, Lisa-Marie Glorius, Lea Liebendahl und Stefan Hoffmann den Abschluss ihrer mehrjährigen Ausbildungszeit zu Gemeinde- und Pastoralreferenten. Fortan werden sie in Bergkamen, Schwerte, und Dortmund eingesetzt sein und sich damit in die Reihe der mehr als 270 Gemeinde- und Pastoralreferenten und -referentinnen einreihen, die aktuell im Erzbistum Paderborn tätig sind.
Als hauptberufliche Mitarbeitende in der Seelsorge wir ihre Aufgabe darin liegen, Menschen in verschiedenen Lebenssituationen zu begleiten, zentrale Glaubensinhalte zu vermitteln und das kirchliche Leben in der jeweiligen Gemeinde vor Ort aktiv mitzugestalten.
Offener Blick auf Kirche und Welt
Dass Sie dafür bereit seien, lasse schon die Auswahl der biblischen Texte für die Sendungsfeier vermuten, betonte Weihbischof Josef Holtkotte: „Es sind kantige Texte mit Herausforderungen und Zumutungen, Texte mit Bildsprache und viel Interpretationsbedarf, die Ihnen für die Sendungsfeier wichtig waren.“ Die ausgewählten Texte vereinen Erzählungen über herausfordernde Lebenslagen, darunter die vom Hirten und seiner verstreuten Herde und die von jenen Menschen, die nicht ehrlich sind – vorne sein wollen, aber dem Anspruch nicht genügen. Anhand der Auswahl lasse sich jedoch auch erkennen, was die Sendung den Kandidatinnen und Kandidaten persönlich bedeute: „Sie wollen Verantwortung übernehmen, hinschauen auf die Situationen des Lebens, auf den Umgang mit Macht blicken. Offensichtlich sehen Sie darin nicht nur einen Appell anderen gegenüber, sondern auch einen Appell an ihr eigenes, zukünftiges Wirken, also das, wofür Sie gesendet werden“, vertiefte Weihbischof Holtkotte seine Einschätzungen.
Beide Texte, so zeigte sich der Weihbischof sicher, betonten zwei wichtige Blickwinkel, die die Sendungskandidatinnen und -kandidaten in ihr eigenes Wirken einfließen lassen könnten: „Zum einen, dass Sie selbst in dieser Klarheit, in dieser Offenheit auf Welt und Kirche schauen und sehen, was ist, wo Defizite sind, wo sich auch etwas verändern muss. Aber auch die zweite Blickrichtung: Dass Sie das immer mit dem Blick auf Gott und mit dem Blick Gottes tun.“ Es gehe nur mit diesem Gott, von dem alles ausgehe und auf den alles zulaufe, betonte Weihbischof Josef Holtkotte.
„Es ist eben nicht egal“
Für Elias Räker, Lisa-Marie Glorius, Lea Liebendahl und Stefan Hoffmann beginnt die Seelsorge und der Dienst für Kirche und Mensch nicht erst nach ihrer Sendung. Schon in ihrer intensiven Ausbildungszeit hat die Begleitung von Menschen in verschiedenen Situationen ihren Alltag geprägt. „Ich bin davon überzeugt, dass Sie schon die Erfahrung gemacht haben, dass es oft in den Lebensvollzügen, den Lebensläufen der Menschen eben auch nicht nur exakt poliert zugeht. Dass das Leben meistens nicht einfach schwarz-weiß ist, sondern viel differenzierter“, folgerte Weihbischof Holtkotte.
Menschen, die sehnsüchtig nach Orientierung und Klarheit suchten und sich auf die Probleme unserer Gesellschaft fokussierten, prägten häufig Aussagen wie: „Es ist doch alles egal“, oder: „Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Dem stellte sich Weihbischof Holtkotte entschieden entgegen: „Ich will das einmal ganz groß sagen: Ich glaube, dass an solchen Sätzen die Gesellschaft und vielleicht sogar auch die Kirche ein Stück sterben. Und dass solche Sätze Menschen verkümmern lassen können. Es stimmt einfach nicht. Es ist eben nicht egal, was ich tue oder lasse!“
So sei es „nicht egal“ ob Menschen sich im Alltag im Namen Gottes für andere Menschen einsetzten, sich sorgten und rücksichtsvoll handelten: „Denn genau da, liebe Schwestern und Brüder, liebe Sendungskandidatinnen und Sendungskandidaten, wo es nicht egal ist, beginnt immer ein Stück Himmel“, offenbarte Weihbischof Holtkotte und ermutigte die neuen Gemeinde- und Pastoralreferenten, sich mit Vertrauen in Gott und entgegen jeglicher Starrheit offen für Menschen und einen Glauben einzusetzen, der von Hoffnung und Liebe geprägt sei: „Schauen Sie auf Ihre Möglichkeiten, schauen Sie darauf, wo Sie Brücken bauen können, wo Sie Menschen in ihrem Suchen wahrnehmen, wo Sie Anknüpfungspunkte zur Glaubensweitergabe finden, wo Sie Menschen aufschließen können für den Glauben, wo Sie Menschen stark machen können, wo Sie Charismen im Menschen entdecken können“, so Holtkotte.
Neue Aufgaben in Bergkamen, Schwerte und Dortmund
Elias Räker wird künftig als Gemeindereferent in der Pfarrei Heilig Geist Bergkamen tätig sein. Der 24-jährige Soester studierte Angewandte Theologie an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn und absolvierte Teile seiner Ausbildungszeit im Pastoralen Raum Unna-Fröndenberg-Holzwickede. Ein besonderer Schwerpunkt seiner bisherigen Arbeit lag auf der Begleitung von Kindern und Jugendlichen.
Als Gemeindereferentin setzt Lisa-Marie Glorius ihre Tätigkeit in der Pfarrei St. Marien Schwerte fort. Nach einem Lehramtsstudium unter anderem mit dem Fach Katholische Theologie absolvierte sie ihre Ausbildungszeit im Pastoralen Raum Hagen-Mitte-West und in St. Marien Schwerte. In ihrer Arbeit möchte sie Menschen unterschiedlichen Alters begleiten und ihnen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erfahren können.
Lea Liebendahl übernimmt als Pastoralreferentin Aufgaben in der Katholischen Kirchengemeinde Hl. Dreikönige Dortmund sowie in der BVB-Gründerkirche. Die 28-jährige Dortmunderin absolvierte nach ihrem Master of Education an der TU Dortmund ihre Ausbildungszeit im Pastoralen Raum Lippstadt und an der Marienschule Lippstadt. Besonders die Arbeit mit jungen Menschen und ihr langjähriges Engagement in der KjG haben ihren beruflichen Weg geprägt.
Stefan Hoffmann wird als Pastoralreferent eine neue Stelle für Erwachsenenkatechumenat und Glaubensvertiefung im Erzbistum Paderborn aufbauen und leiten. Die Stelle hat ihren Sitz in der Katholischen Hochschulgemeinde Dortmund. Der 52-jährige Diplom-Theologe war während seiner Ausbildungszeit in der KHG Dortmund und in der Pfarrei Hl. Dreikönige in der Dortmunder Nordstadt tätig. Darüber hinaus führt er seine Tätigkeit als Berater der Anlaufstelle der Deutschen Bischofskonferenz für Menschen fort, die als Erwachsene Gewalt in der Kirche erlebt haben.