Bischof Wilmer würdigt Einsatz von Christen und Juden für Frieden
In Hannover tagen seit Sonntag Christen und Juden aus mehreren Staaten. Was sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz wünscht – und was angesichts von zunehmendem Judenhass in der Gesellschaft notwendig ist.
In ihrem Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit können Christen und Juden nach Worten des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz an einem Strang ziehen. „Angesichts von Kriegen, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmendem Antisemitismus gelte es, Räume des Dialogs offenzuhalten und gemeinsam Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zu übernehmen“, betonte der Bischof von Münster, Heiner Wilmer, am Sonntag in den Sozialen Medien.
Der jüdisch-christliche Dialog sei ein Beispiel dafür, dass selbst nach schwersten historischen Belastungen Vertrauen erneut wachsen könne. „Aus Misstrauen, Abwertung und Distanz sind in den vergangenen Jahren – insbesondere seit der Konzilserklärung Nostra aetate, deren 60-jähriges Jubiläum wir im vergangenen Jahr feiern durften – Freundschaft, Verständnis und Vertrauen neu gewachsen“, so Wilmer.
Mit der Erklärung „Nostra aetate“ (In unserer Zeit), die Papst Paul VI. am 28. Oktober 1965 kurz vor Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils verkündete, reichte die katholische Kirche auch anderen Glaubensgemeinschaften die Hand. Das Judentum nimmt in der Erklärung den größten Raum ein.
Wilmer: Wachsamkeit unverzichtbar
Mit Blick auf aktuellen Antisemitismus betonte Wilmer: „Die zunehmenden Anfeindungen und Bedrohungen gegenüber Jüdinnen und Juden in Deutschland und der Welt erfüllen mich mit großer Sorge und machen einmal mehr deutlich, wie unverzichtbar Wachsamkeit, Solidarität und ein entschiedenes Eintreten bleiben.“
Der Bischof äußerte sich in einem Grußwort anlässlich der Eröffnung der Jahrestagung des Internationalen Rates von Christen und Juden (ICCJ) am Sonntag in Hannover. Sie dauert bis Mittwoch. Die Konferenz trägt den Titel „Repentance, Repair and Reconciliation: Religious Resources for Tumultuous Times“ („Umkehr, Wiederherstellung und Versöhnung: Religiöse Ressourcen für unruhige Zeiten“).
Info
Der ICCJ versteht sich als internationale Dachorganisation für derzeit 34 Organisationen, die sich mit dem jüdisch-christlichen Dialog beschäftigen.