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23.06.2026
Zahlreiche Ehrenamtliche und Mitwirkende nahmen am Sonntag an der Eröffnung von Projekt und Ausstellung zur Manifesta 16 Ruhr + in der Kirche St. Martin in Dortmund teil.
Foto / Quelle: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Ausstellung und Projekt zur „Manifesta 16 Ruhr +“

Die Kirche St. Martin in Dortmund ist Teil des offiziellen Begleitprogramms der europäischen Kunstbiennale.

Dortmund

Unter großer Beteiligung der Gemeinde St. Martin in der Dortmunder Gartenstadt wurde das Projekt sowie die Ausstellung „Nebenan – Quartiersgeschichten – auf dem Weg zur Ehrenamtskirche“ eröffnet. Bis zum 4. Oktober 2026 ist das Angebot an der Gabelsberger Straße 32 in Dortmund Teil des offiziellen Begleitprogramms Manifesta 16 Ruhr +.

Mit einer Ausstellung zur Geschichte ihres Quartiers, einem vielfältigen Kulturprogramm und neuen Impulsen für das kirchliche Leben vor Ort beteiligt sich die Kirchengemeinde St. Martin an der europäischen Kunstbiennale. Ein Engagement, das der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in einem Grußwort würdigte. Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-Meding verlas am Sonntag das Grußwort, bevor sie in einem Vortrag näher auf die Ausstellung und den Wandel in der Nutzung von Kirchengebäuden einging.

Dr. Bettina Heine-Hippler, Denkmalpflegerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und ehrenamtlich im Kirchenvorstand von St. Martin, erläuterte, wie das Projekt zur Manifesta Ruhr an das Konzept der Gartenstadt Dortmund anknüpft.
Foto / Quelle: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

„Dass Sie alle heute in St. Martin zusammenkommen, ist mehr als die Eröffnung eines Projekts. Es ist ein Zeichen dafür, wie kirchliche Orte Menschen zusammenbringen können“, würdigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz das Engagement der vielen Ehrenamtlichen für das Projekt. Mit Blick auf die sich verändernde Nutzung von Kirchengebäuden betonte er, es gehe nicht darum, möglichst viel zu bewahren oder möglichst viel zu verändern, sondern darum, das Wesentliche im Blick zu behalten: die Menschen.

Carmen Matery-Meding unterstrich dies und erläuterte: „Aus meiner Sicht bewahren wir das historische Erbe am besten, indem wir es mit Leben füllen. Und genau das passiert hier!“. Die gemeinsame Frage sei: „Wie können diese Räume auch in Zukunft dem kirchlichen Auftrag und damit den Menschen dienen? Dabei gilt: Die Menschen sind immer wichtiger als die Steine. Gebäude sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.“ Das präsentierte Projekt sei „ein bisschen wie ein Labor für die Zukunft“.

Im Mittelpunkt steht dabei die Ausstellung „Ein Nachkriegsquartier und seine Kirche“. Sie zeichnet die Entwicklung des Dortmunder Quartiers Gartenstadt und seiner prägenden Architektur nach und verbindet die Geschichte des Stadtteils mit der Entstehung und Bedeutung der Kirche St. Martin. Zugleich richtet das Projekt den Blick auf die Frage, welche Rolle kirchliche Orte künftig für das Zusammenleben in den Quartieren spielen können. Diese Frage steht auch im Mittelpunkt des Hauptprogramms der Manifesta 16 Ruhr +. Allerdings geht es dabei unter dem Titel „This is not a church“ („Das ist keine Kirche“) um die Neunutzung von zwölf leerstehenden Nachkriegskirchen im Ruhrgebiet in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum und deren gesellschaftliche Funktion.

Gut besucht war am Sonntag die Eröffnung von Projekt und Ausstellung zur Manifesta 16 Ruhr + in der Kirche St. Martin in Dortmund.
Foto / Quelle: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

Demgegenüber ist St. Martin keine ungenutzte leerstehende Kirche. Das Projekt stellt vielmehr neue Ideen für die Nutzung des Gebäudes durch die Gemeinde in Verbindung mit dem Quartier in den Vordergrund. Dazu zählt die Idee einer „Piazzetta“ als offener Begegnungsort. Aus einem Kirchenvorplatz soll so schrittweise ein Ort entstehen, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Gemeinschaft erfahren und neue Beziehungen knüpfen können. Wie Dr. Bettina Heine-Hippler, Denkmalpflegerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und ehrenamtlich im Kirchenvorstand von St. Martin, erläuterte, greift das Konzept der Gartenstadt mit der Piazetta eine 70 Jahre alte städtebauliche Vision eines Marktplatzes vor der Kirche neu auf. Kirche, so Dr. Heine-Hippler, sei da, wo Menschen einander begegneten.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Programm mit Konzerten, Filmabenden, Workshops, Begegnungsformaten, Gottesdiensten sowie Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. Zahlreiche Vereine, Initiativen und Partner wirken daran mit.

Für die Diözesanbaumeisterin des Erzbistums Paderborn, Carmen Matery-Meding, ist das Projekt ein beispielhafter Beitrag zur Manifesta 16 Ruhr +: „Kirchenräume prägen vielerorts das Gesicht von Stadtteilen und Quartieren. Projekte wie in St. Martin zeigen, dass diese Orte auch künftig wichtige Ankerpunkte für Begegnung, Kultur und gesellschaftliches Miteinander sein können.“

pdp

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Weitere Informationen zum Programm: www.st-martin-dortmund.de/

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