Auch die Biernation Belgien trinkt immer weniger
Bierkonsum in und Bierausfuhr aus Belgien sind 2025 erneut gesunken – und die Zahl der Brauereien von 411 auf 395 gefallen.
Einen extremen Anstieg verzeichnen demnach zwar alkoholfreie und alkoholarme Biere, von denen inzwischen 150 Sorten erhältlich seien. Das generelle Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr könnten sie aber nicht ausgleichen.
Vom Minus bei den Exporten, die mehr als zwei Drittel der belgischen Bierproduktion ausmachen, sind laut Bericht weniger die EU-Länder als vielmehr die Märkte in Übersee betroffen. Als Indikatoren einer Bierkrise verweist Belgiens Brauerverband auf steigende Produktionskosten, erhöhte Investitionskosten, anhaltende Auswirkungen der Energiekrise, die Inflation bei den Rohstoffpreisen sowie geopolitische Unsicherheit.
Zudem kritisiert der Verband eine kürzliche Änderung der verpflichtenden Warnhinweise in der Werbung. Hieß es bislang „Alkoholmissbrauch schadet der Gesundheit“, laute die Warnung nun „Alkohol schadet der Gesundheit“. Da werde moderater Konsum mit Alkoholmissbrauch „in einen Topf geworfen“.
Belgiens Bierkultur ist Unesco-Welterbe
Seit 2016 gehört Belgiens Bierkultur zum immateriellen Unesco-Kulturerbe der Menschheit. Zwar fehlt in der Wallonie und in Flandern das deutsche Reinheitssiegel; dafür wird eine Vielfalt von Aromen und Nuancen geboten.
Belgiens lange Brau-Tradition beruht nicht nur auf Gerste, Hopfen und exzellentem Wasser. Die einstigen Spanischen Niederlande nahmen in den vergangenen Jahrhunderten zahlreiche katholische Orden auf, die in protestantisch geprägten Nachbarländern verfolgt und verboten wurden. Und Ordensleute – Benediktiner, Karmeliter, Trappisten – sind traditionell gute Brauer.
Saisonbiere findet man vor allem in der Wallonie, dunkle „Oud Bruin“-Biere in Westflandern. Säuerliche Lambic-Biere wie die „Gueuze“, die sich durch Spontan-Gärung in offener Lagerung auszeichnen, sind eine Spezialität Brüssels und des flämischen Pajottenlandes.