Mahnmal für den Frieden

Friedensorte sind Leuchttürme für das Frieden stiftende Engagement unserer Gesellschaft. Ein solcher Ort ist der Schlossgarten in Hövelhof.

Die Einweihung des Mahnmals für die Opfer von Krieg und Gewalt fand am 17. Juni 1966 statt.
veröffentlicht am 12.02.2024
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Friedensorte sind Leuchttürme für das Frieden stiftende Engagement der Kirche und der Gesellschaft. Der Schlossgarten in Hövelhof, wo das Mahnmal des Bildhauers Josef Rikus steht, ist ein solcher Ort.

Hövelhof. Die Einweihung des Mahnmals für die Opfer von Krieg und Gewalt fand am 17. Juni 1966 statt. Damit löste die Gedenkstätte von Josef Rikus das 1927 errichtete Kriegerdenkmal ab, dessen Statue – bestehend aus Pferd und Reiter – während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzen wurde.

Die Gedenkstätte setzt sich aus fünf zwei Mal zwei Meter hohen Sandsteinplatten zusammen, die an geschmiedeten Einzelelementen aufgehängt sind. Die Jahreszahlen des Ersten und des Zweiten Weltkrieges befinden sich auf den Platten. Engelsgestalten sind beidseitig auf dem großen Stein im Zentrum dargestellt. Eine Infotafel beschreibt die Deutung des Bildmotivs wie folgt: „Auf den Sandsteinplatten sind symbolhaft Tod, Krieg und Vernichtung visualisiert worden, während die Gestaltung des Steins auf die Erlösung allen irdischen Schicksals durch die Kraft des Glaubens hinweist.“ Thematisch verweist das Motiv dieses Mahnmals damit auf die christliche Vorstellung der Auferstehung.

Kriegserlebnisse in der Kunst verarbeitet

Der Paderborner Bildhauer Josef Rikus (1923–1989) wurde direkt nach seinem Abitur für Hitlers Russland-­Feldzug eingezogen. Nachdem er schwer verwundet wurde, kehrte er zurück und verarbeitete seine grauenvollen Erlebnisse in seiner Kunst.

Die Einweihung des Mahnmals für die Opfer von Krieg und Gewalt fand am 17. Juni 1966 statt.

Auch der Neptunbrunnen auf dem Paderborner Domplatz stammt von ihm. Anlässlich seines 100. Geburtstages hatte Hövelhofs Ortsheimatvorsteher Carsten Tegethoff Recherche betrieben und viele Werke von ihm im Ort identifizieren können. So findet man in der 2007 eingeweihten Friedhofskapelle ein rundes Fenster, welches von Rikus geschaffen wurde und aus dem Vorgängerbau von 1957 übernommen worden war.

Tegethoff erklärt, wie zen­tral das Mahnmal, nicht nur in seiner Lage, aber auch in seiner Bedeutung für die Einwohner Hövelhofs sei: „Die Mahn- und Gedenkstätte ist gerade in der heutigen Zeit wichtig.“ Durch die zentrale Lage ist sie auch für jeden Verkehrsteilnehmer sichtbar. Er betont, dass dieses Mahnmal allen Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet sei. So wurde zu Beginn des Ukraine-­Krieges eine Friedensstunde auf dem Schlossgelände abgehalten. Ebenfalls auf dem Gelände steht der 1998 gepflanzte Friedensbaum der Hövelhofer Jugend. Die Inschrift der zugehörigen Tafel besagt: „Möge dieser Baum wachsen als Symbol des Friedens zwischen den Menschen aller Völker.“

Hövelhof hat eine Gedenkstätte, die die Vorstellung von der Auferstehung verkörpert, gleichzeitig aber die Bürger dazu animiert, sich im Hier und Jetzt nachhaltig für den Erhalt von Frieden einzusetzen.

Die Einweihung des Mahnmals für die Opfer von Krieg und Gewalt fand am 17. Juni 1966 statt.

Info

Das Mahnmal befindet sich auf dem Schlossgelände in Hövelhof und ist Teil der „Hövelhofer Erinnerungstour, eine öffentliche Spurensuche zum 1. und 2. Weltkrieg“. Auf dem 39 Kilometer langen Rundweg befinden sich weitere Gedenkstellen.

Christina Frampton

Friedensorte finden sich überall im Erzbistum Paderborn. Weitere finden Sie auch unter www.derdom.de

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