Von Marsberg nach Kerala

Ein indischer Vikar, der neun Jahre in Marsberg gelebt hat, möchte in seiner Heimat den Ärmsten der Armen helfen.

Mit einem gut besuchten Festhochamt in Marsberg wurde Vikar ­Franclin ­Kannanaikal (vorn, Mitte) nach zehn Jahren in Deutschland in seine indische Heimat verabschiedet. (Fotos: Pastoraler Raum Marsberg)
Mit einem gut besuchten Festhochamt in Marsberg wurde Vikar ­Franclin ­Kannanaikal (vorn, Mitte) nach zehn Jahren in Deutschland in seine indische Heimat verabschiedet. (Fotos: Pastoraler Raum Marsberg)
veröffentlicht am 08.02.2024
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Der indische Vikar Franclin Kannanaikal wurde nach neun Jahren feierlich vom Pastoralen Raum Marsberg verabschiedet und kehrte in seine indische Heimat zurück. Mit Spenden zu seinem Abschied will er dort nun den Ärmsten der Armen ein Dach über dem Kopf verschaffen.

Marsberg. Vikar ­Franclin ­Kannanaikal ist nach neun Jahren in Marsberg und insgesamt zehn Jahren in Deutschland in seine indische Heimat zurückgekehrt. Seit 2015 hatte er in den 17 Gemeinden des Pastoralen Raumes Marsberg gewirkt, Sakra­mente gespendet, den Glauben verkündet und den Menschen in ihren verschiedenen Lebenssituationen beigestanden.

In der voll besetzten Marsberger Propstei­kirche wurde er im Rahmen eines Festhochamtes, das musikalisch von der Kantorei mitgestaltet wurde, feierlich verabschiedet. Es hatten sich viele Gläubige aller Generationen eingefunden, um noch einmal mit ihm die Eucharistie zu feiern. Auch am Altar fand sich eine große Schar an Konzelebranten, liturgischen Diensten, Messdienern und Fahnenabordnungen ein. In seiner letzten Predigt gab Vikar ­Franclin den Gottesdienstbesuchern die Frage „Wo wohnst du?“ mit auf den Weg. „Jesus kehrt nur bei dem ein, der sein Herz für ihn öffnet.“

Den Himmel berührt

­Propst Meinolf Kemper dankte dem Vikar im Namen des pastoralen Raumes für seinen treuen Dienst. Es sei ihm in seiner freundlichen, liebenswürdigen und sympathischen Art gelungen, Menschen mit dem Himmel in Berührung zu bringen. Zudem habe er seine weltkirchliche Per­spektive eingebracht und seine Erfahrungen aus der Seelsorge in Indien, wo der Glaube – zumindest in seiner Heimatregion – noch viel stärker präsent sei und gelebt werde als in Deutschland. „Möge die von dir bei uns ausgestreute Saat gute Frucht bringen“, sagte Kemper. Die Dankesworte wurden mit kräftigem Beifall bedacht.

Am Flughafen Kochi in Kerala wurde der ehemalige Marsberger ­Vikar von seiner Familie in der Heimat willkommen geheißen.
Am Flughafen Kochi in Kerala wurde der ehemalige Marsberger ­Vikar von seiner Familie in der Heimat willkommen geheißen.

Reinhard Becker dankte ihm im Namen der Gemeinden Beringhausen, Bredelar, Padberg und Helminghausen, wo der Vikar besonders seelsorglich zuständig war und hob besonders seine Bescheidenheit und Zufriedenheit hervor. Bürgermeister Thomas Schröder dankte dem Vikar im Namen der Stadt Marsberg für seinen Dienst vor Ort. Stefan Nagels, im Generalvikariat zuständig für die Personalentwicklung des pastoralen Personals, überbrachte Dankesworte und gute Wünsche von Diözesanadministrator Michael Bredeck.

Statt großer Abschiedsgeschenke wurden viele großzügige Spenden überreicht, die Vikar Franclin nun zum Bau von ­Wohnungsmöglichkeiten für Bedürftige in Kerala einsetzen will. In seinem Erzbistum Trichur wird er eine neue Stelle in der ­Pfarrseelsorge antreten, stehe aber auch für Urlaubsvertretungen in Marsberg zur Verfügung, kündigte er an. Nach dem ­Abschied in Marsberg flog ­Franclin ­Kannanaikal in seine Heimat, wo er am Flughafen in Kochi von seiner Familie empfangen wurde.

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