“Wir stehen zur Ukraine”

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine hat sich bisher nicht erfüllt. Und auch die Stimmen, die ein Ende der Kämpfe fordern, sind nach wie vor laut. Exemplarisch zeigt “Der Dom” einige Protestaktionen, die es bisher im Stadtgebiet gab.

Groß war der Protest auf dem Friedensplatz zu Beginn des Krieges in der Ukraine. (Foto: Schütze)
Groß war der Protest auf dem Friedensplatz zu Beginn des Krieges in der Ukraine. (Foto: Schütze)
veröffentlicht am 17.03.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine hat sich bisher nicht erfüllt. Und auch die Stimmen, die ein Ende der Kämpfe fordern, sind nach wie vor laut. Exemplarisch zeigt “Der Dom” einige Protestaktionen, die es bisher im Stadtgebiet gab.

Dortmund (wma/pdp/ekkdo). “Schön, dass Sie da sind.” Auf dem Propsteihof haben sich schon 14 Menschen locker in einem Kreis aufgestellt. Wer dazukommt, wird freundlich begrüßt. Nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine griffen das Katholische Forum und die Katholische Stadtkirche die Tradition “Wir beten um Frieden! Montag bis Samstag um 5 vor 12 im Propsteihof” wieder auf. Diese stammt aus den frühen 1990er-­Jahren, als der Golfkrieg die Welt in Atem hielt. 

Auf dem Propsteihof

“Alle sind eingeladen, um 11.55 Uhr und bis zum Mittagsläuten den ausgeteilten Gebetstext mitzusprechen und im Anschluss still zu beten.” Das Gebet ist das Friedensgebet der Benediktinerinnenabtei St. Scholastika in Dinklage. Wer sich zu den Betenden gesellt, bekommt eine Postkarte mit dem Text.

Nach der Hälfte kann jeder die Namen von Ländern, in denen aktuell Krieg herrscht, nennen. Syrien, Ukraine, Jemen, Mali – etwas zögerlich werden es immer mehr Namen. Nach dem Gebet herrscht Stille, bis die Glocken der Propsteikirche erklingen. Danach geht jeder wieder seiner Wege.

Beim dritten gemeinsamen Gebet waren es “mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer”, schreibt die Katholische Stadtkirche. “Vor einer Woche war der Platz voll”, ergänzt Thale Schmitz vom Katholischen Forum. Und auch an diesem Dienstag – der Krieg ist in die zweite Woche gegangen – sind es 18 Personen, die beten wollen. Das macht den Organisatoren Mut. Denn sie sehen auch die Gefahr, dass der Krieg bald zum Alltag gehören könnte und niemand mehr für den Frieden betet.

Zum Gebet gegen den Krieg in der Ukraine im Propsteihof bildeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen großen Kreis. (Foto: Bodin/Kath. Pressestelle Dortmund)
Zum Gebet gegen den Krieg in der Ukraine im Propsteihof bildeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen großen Kreis. (Foto: Bodin/Kath. Pressestelle Dortmund)

In Körne

Nur wenige Kilometer weiter östlich war die Resonanz ebenfalls groß. “Wir freuen uns, dass so viele Menschen die Möglichkeit zum gemeinsamen Friedensgebet angenommen haben”, heißt es aus dem Pfarrgemeinderat St. Liborius in Körne.

Gemeinsam beten, Andacht halten und Fürbitten vortragen, ist vielen Einwohnern von Körne gerade jetzt ein wichtiges Bedürfnis, ebenso wie Solidarität mit allen Menschen zu zeigen, die unter dem Krieg in der Ukraine Leid ertragen müssen. Organisiert von Ehrenamtlichen steht die Kirche St. Liborius täglich jedem offen – zur stillen Andacht, dem Gebet oder dem Innehalten.

Seit dem 8. März wird wöchentlich ab 19 Uhr zum gemeinsamen Friedensgebet eingeladen. “Auch außerhalb der Gottesdienste geben wir ein Angebot zu christlichem Mitei­nander und freuen uns, mit einer starken Gemeinschaft ein Zeichen der Hoffnung zu setzen”, heißt es aus dem Vorbereitungsteam.

Auf dem Friedensplatz – “Wir stehen zur Ukraine”

“We ‘#­Stand­with­Ukraine'” – wir stehen zur Ukraine – war das Motto der Demonstration auf dem Friedensplatz vor dem Rathaus. Kurzfristig hatten Parteien, Vereine und Verbände zur Solidaritätskundgebung mit der Ukraine eingeladen. Den Aufruf dazu hatten auch die katholische und die evangelische Kirche in Dortmund mit verbreitet.

Mehr als 4.000 Menschen kamen auf den Friedensplatz. “Wir sind ganz beeindruckt und auch gerührt, dass so viele Menschen heute hierhin gekommen sind, um ihre Solidarität mit der Ukraine auszudrücken. Damit haben wir niemals gerechnet”, sagte Hannah Rosenbaum von den Grünen, die die Kundgebung mit organisiert hatte. “Der Krieg ist kilometerweit weg, aber er ist mitten unter uns”, ergänzte Oberbürgermeister Thomas Westphal. 

Info

Der Kolping Sozial- und Entwicklungshilfe e. V. hat die Ukraine-­Hilfe des Internationalen Kolpingwerkes mit 7 000 Euro unterstützt. Das Geld stammt aus dem Erlös der Altkleider-­Containersammlung des zweiten Halbjahres 2021. Diese organisiert der Verein seit 1985 in Zusammenarbeit mit der Firma Pöppel aus Dortmund.

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