Frauen helfen Frauen – 90 Jahre SkF in Warburg

Seit 90 Jahren hilft der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Warburg Frauen in Not.

Stolz auf 90 Jahre SkF in Warburg (von links): die Vorstandsfrauen Andrea Küper-­Viefhues, Edeltraud Gierling-­Mayer, Monika Kriwet mit ­Geschäftsführerin Gertrud Flore.
Stolz auf 90 Jahre SkF in Warburg (von links): die Vorstandsfrauen Andrea Küper-­Viefhues, Edeltraud Gierling-­Mayer, Monika Kriwet mit ­Geschäftsführerin Gertrud Flore.
veröffentlicht am 13.12.2021
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Seit 90 Jahren hilft der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Warburg Frauen in Not. Der katholische Frauenverband ist mit seinen Diensten für Frauen, Kinder und Familien im ganzen Kreis Höxter tätig. Seine besondere Stärke ist das ehrenamtliche Engagement vieler Frauen im Verein. 

Der SkF Warburg beschäftigt heute zwölf hauptamtliche Kräfte in Voll- und Teilzeit. Doch das Ehrenamt war in dem Verein schon immer wichtig. Ehrenamtliche schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass die Hauptamtlichen gut arbeiten können – unter anderem im fünfköpfigen ehrenamtlichen Vorstand des SkF. 

Angebot für Frauen und Familien in Not

Die ehrenamtlichen Frauen sind verantwortlich für die gute Anbindung in die Bevölkerung und damit zu der Zielgruppe der Frauen und Familien, die in einer Notsituation stecken. So kann der SkF schnell und zielgruppengerecht auf neue Bedarfe reagieren – eine Flexibilität, die den Verein immer auf der Höhe der Zeit hält.  

Auf diese Weise sind in den letzten Jahren neue Schwerpunkte entstanden. Einer ist “SAFE”, ein Ausbildungsprogramm für werdende Eltern, ein anderer das Müttercafé im Familienzentrum St. Martin für Mütter mit Kindern unter drei Jahren. Ein bundesweites Projekt, an dem sich der SkF Warburg beteiligt, ist der bundesweite Onlinechat “­Gewaltlos.­de”. Der Chat für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, ist im Internet rund um die Uhr geöffnet. 

SkF wollte immer die Lage der Frauen verbessern

Der Sozialdienst katholischer Frauen – bis 1968 “Katholischer Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder” – hat immer auf die ungleichen gesellschaftlichen Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau reagiert. Agnes Neuhaus, 1899 Gründerin des ersten Fürsorgevereines in Dortmund, wollte die Lage junger Frauen ändern, die in den schnell wachsenden Großstädten des Ruhrgebietes Opfer von Ausbeutung und Gewalt jeglicher Art wurden. 

Die Zeiten haben sich geändert und damit die gesellschaftlichen Verhältnisse. Trotzdem sind Frauen immer noch benachteiligt und im Vergleich zu Männern zu mehr als 90 Prozent von häuslicher Gewalt betroffen. Diese gesellschaftliche Tatsache, die sich kaum verändert, nur im Laufe der Jahr­zehnte immer wieder neue Formen angenommen hat, ist eines der Hauptthemen geblieben. 

Das Frauen- und Kinderhaus im Kreis Höxter, dessen Träger der SkF Warburg seit den 1990er-­Jahren ist, schützt Frauen und Kinder vor häuslicher Gewalt. Die Frauen und Kinder können im Frauenhaus leben und dann einen vom SkF unterstützten Neustart versuchen. In den vergangenen Jahren fällt es den Fachfrauen vom SkF zunehmend schwer, bezahlbare Wohnungen für Frauen zu finden, die das Frauenhaus verlassen wollen – eines der vielen Probleme, mit denen die SkF-­Einrichtung zu kämpfen hat. 

Die Not hat sich verändert, ist aber geblieben

Probleme wird es weiter geben, auch weil Frauen weiter benachteiligt bleiben. Deshalb ist es für den SkF wichtig, viele Frauen als Mitglieder zu werben und so die solidarische Basis des Vereines zu vergrößern. Die Vereins­mitglieder wählen den Vorstand des SkF, der mit der hauptamtlichen Geschäftsführerin Gertrud Flore zusammenarbeitet.

“Frauen helfen Frauen”: Das war, ist und bleibt das Hauptmotiv des SkF und der Frauen, die im SkF engagiert sind. Eine von ihnen ist Walburga Hennemann, die den SkF Warburg von 1994 bis 2011 ehrenamtlich geleitet hat. Ihre Nachfolgerin ist seit 2011 Barbara Hucht. Als Walburga Hennemann im Sommer 2021 anlässlich des Jubiläums gefragt wurde, wie wichtig die Arbeit heute noch sei, fiel die Antwort deutlich aus. Die Not von Frauen, Familien und Kindern habe sich zwar verändert, aber sie sei geblieben, sagte Walburga Hennemann, “und zwar in allen Bereichen, die der SkF abdeckt”.

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