Eine Einladung zum Glauben

Leuchtturmprojekt „Baptisterium“ in Hamm eröffnet

Hamm. Mit der Einsegnung von Ambo, Altar und „Baptisterium“, dem Ganzkörper-­Taufbecken, erlebten rund 270 Gläubige in der Kirche St. Agnes eine zuversichtliche Einladung zum Glauben. Gerade das „Baptisterium“ sei geballte Spiritualität, erklärte Prälat Thomas Dornseifer. Das Eintauchen bedeute, mit Jesus zu sterben, und das Auftauchen, mit dem Herrn aufzuerstehen.

Die Gläubigen nahmen ihr „Baptisterium“ gleich begeistert in Augen­schein. Foto: Körtling

 

von Peter Körtling

Zunächst erinnerte Dornseifer an eine andere Einladung der Kirche: Die Ärmsten der Armen – Obdachlose, Gäste der Tafeln und die durch das Netz der Gesellschaft gefallenen – hatten am Samstag zuvor mit den Geistlichen eine Messe im Paderborner Dom gefeiert. Anschließend seien sie zu einem Festmahl eingeladen gewesen, bei denen die Geistlichen sie bedient und sich lange mit ihnen unterhalten hätten.

„Da sagte mir ein Gast, der Dom gehöre allen – den Guten, den Bösen und den schrägen Typen“, sagte Dornseifer. Der Gast habe recht und deshalb sei es umso wichtiger, sich als einladende Kirche zu zeigen. In diesem Sinn sei auch das neue „Baptisterium“ zu verstehen: Kinder und Erwachsene tauchten ganz ein. Das symbolische Sterben und Auferstehen mit dem Heiland sei die größte Einladung, das Wunder des Glaubens.

Dann dankte der Prälat allen Beteiligten, ob Architekten, Handwerkern, der Gemeinde sowie allen Ehrenamtlern. Schließlich betonte er noch einmal, dass dieses Projekt ein Leuchtturm des Glaubens und im gesamten Erzbistum Paderborn einmalig sei.

Als die Gläubigen das Taufbecken schließlich selbst erleben konnten, hielt es niemanden mehr am Platz: Jeder wollte das moderne, schlicht gehaltene Becken in Augenschein nehmen und seine Hand eintauchen.

Pfarrer Bernd Mönkebüscher dankte beim Schlusswort als Hausherr allen Beteiligten und überreichte an die Verantwortlichen kleine Buchgeschenke.

Beim anschließenden Empfang im Innenhof der ­St.-­Agnes-Kirche waren durchweg positive Stimmen zu hören. Trotz einiger Kritik, die zu diesem Projekt zuvor laut geworden war, konnten alle Gäste dem „Baptisterium“ Gutes abgewinnen.

„Ich finde es besonders schön, dass bei Beerdigungen der Sarg oder eine Urne über dem Taufbecken positioniert werden kann“, sagte eine Besucherin. So sei die Überwindung des Todes im Glauben besonders anschaulich. Ein anderer Gast fand gerade das Thema Erwachsenentaufe spannend: „Diese bewusste Entscheidung muss doch viel intensiver im Menschen nachhallen, als die Erzählungen der Eltern von der Kindstaufe.“

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