2 Min.
09.10.2026
Barbara Knoppe
Foto / Quelle: Wolfgang Maas

Wozu sind Sie da, Frau Knoppe?

Wozu bist du da? Diese ­Frage kann sich auch jeder ­Einzelne stellen. Wir fragen nach, heute bei Barbara Knoppe.

Mir war in den Jahren in all meinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten wichtig, mit Ehrenamtlern zu arbeiten und so mit ihnen einen Teil von Kirche zu gestalten und möglichst etwas für die Menschen, die im Quartier leben, zu tun. Aber ich arbeite auch gerne mit Kooperationspartnern, die wir als BVB-­Gründerkirche jetzt schon haben. Ich schaue, was wir als gemeinsame Aufgabe sehen, wo wir uns besser abstimmen können. Wir wollen nichts doppelt anbieten. Wir möchten uns nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Es geht darum zu schauen, wo wir uns stärken können.

Hinter meiner Motivation, zur BVB-­Gründerkirche zu wechseln, steckt eine kleine Geschichte. Das Projekt ist uns als Team der Stadtkirche, in dem ich Mitte 2026 noch war, vorgestellt worden. Dann gab es die Überlegung von Propst Coersmeier, Kontakt zur BVB-­Gründerkirche zu halten. „Sorg doch mal dafür, dass dieses Projekt Angebote für die Menschen im dortigen Sozialraum macht und dies auch mit Ehrenamtlern!“, sagte der Propst zu mir. Das war Anfang 2022 und seit Sommer 2022 arbeite ich hier mit.

Jetzt geht es mir darum zu schauen: Wie kann die BVB-Gründerkirche vom Projektstatus in den Regelbetrieb kommen? Wie können die vielen Dinge, die wir schon angestoßen haben, auch in der Kirche Bestand haben? Was kann die umgebaute Kirche Neues bieten? Da bin ich seit vier Jahren in den Überlegungen involviert. Deshalb war es ein logischer Schritt, dass ich 2026 auch offiziell zur Gründerkirche wechselte.

Der Fußball lockt Menschen in die Kirche, für die Fans ist das ihre Kirche. Da kommen auch Fans, die gar nichts mit Kirche zu tun haben. Sie setzen sich aber trotzdem damit auseinander, können Gott begegnen, sich mit Werten und Haltungen der katholischen Kirche und des BVB beschäftigen und so können wir zur Überraschung vieler beitragen. Und beim „Café Kumm rinn“ kommen Menschen, die hier in der Nachbarschaft wohnen, viele bringen auch Freundinnen und Freunde mit. Das sind oft Leute, die einsam sind, und da wird nicht gefragt, ob sie katholisch oder evangelisch sind. Uns ist wichtig: Der Mensch steht im Mittelpunkt. Herkunft, Religion oder Fußballverein sind egal. So steht es auch in unserer spirituellen Grundierung.

Wir können die vielen Angebote nicht ohne Ehrenamtler stemmen. Wir haben vor Kurzem zum ersten Mal Vertreter von Fanclubs eingeladen, die sich ehrenamtlich betätigen können, etwa bei Projekten. Sie könnten ja auch zum Beispiel für ein Jahrestreffen des Fanclubs einen Raum in der Kirche nutzen und mieten, wenn sie fertig umgebaut ist.

Ich könnte nichts bewegen, wenn ich nicht ein Team hätte, mit dem ich etwas bewegen kann. Was ich an diesem Team hervorragend finde: Wir haben eine klare Vision, was wir mit der Kirche machen wollen und was unsere inhaltliche Ausrichtung ist. Und das trägt uns alle zu Leistungen, die man allein nicht hinbekommen würde. Das ist eine Addition von Fähigkeiten und Kräften, die uns voranbringen. Es ist eine schöpferische Kraft, die ich vielleicht sogar „göttlich“ nennen würde. Das finde ich sehr gut.

// Aufgezeichnet und fotografiert von Wolfgang Maas

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