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01.09.2026
Laut einer aktuellen Umfrage setzen die Bundesbürger im Fall einer Katastrophe wie hier bei einem Hochwasser eher auf Ehrenamtler als auf den Staat.
Foto / Quelle: pixabay

Viele halten Staat im Katastrophenfall für schlecht gerüstet

Im Falle von Katastrophen oder Pandemien bauen viele Menschen auf Ehrenamtler, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Malteser

Köln

Hochwasser, Stromausfälle, Pandemie oder äußere Bedrohung: Ohne den ehrenamtlichen Bevölkerungsschutz stünde der Staat nach Ansicht vieler Deutscher schlecht da. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Malteser vertraten fast zwei von drei Befragten – 65 Prozent – die Ansicht, dass der Staat ohne die Ehrenamtler nicht oder kaum handlungsfähig sei.

Ein weiteres Ergebnis des aktuellen Ehrenamtsmonitors: Über die Hälfte der ehrenamtlich Tätigen – 52 Prozent – kennt bereits heute das Gefühl, mit dem eigenen Engagement Aufgaben zu übernehmen, die eigentlich staatliche Stellen leisten sollten. Besonders ausgeprägt ist dieses Gefühl bei jüngeren Engagierten zwischen 18 und 24 Jahren.

Weniger staatliche Leistungen befürchtet

Weiter erwarten 57 Prozent der Befragten, dass beispielsweise soziale Leistungen, die der Staat finanziert, in den kommenden zwei Jahren eher eingeschränkt als ausgebaut werden. 81 Prozent befürchten, dass mit rückläufigen staatlichen Leistungen und Strukturen der Druck auf Ehrenamtliche weiter steigt, um entstehende Lücken zu schließen.

Nach Meinung von 82 Prozent der Befragten kann das Ehrenamt professionelle Strukturen sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen. Dazu sei eine bessere staatliche Förderung des Ehrenamts sowie eine klare Rollen- und Aufgabenverteilung vonnöten. Konkret nennen die Befragten als Voraussetzungen für eigenes Engagement die Erstattung entstandener Kosten (30 Prozent), zeitliche Flexibilität (28 Prozent), Vorteile bei der Altersvorsorge (27 Prozent), gute Schulungsangebote (23 Prozent) und weniger Bürokratie (22 Prozent).

Unter entsprechend verbesserten Rahmenbedingungen würden sich 41 Prozent der Befragten erstmals, erneut oder stärker ehrenamtlich engagieren – besonders hoch wäre die Bereitschaft bei den unter 35-Jährigen. Der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Martin Schelleis, sprach von einem Weckruf für die Politik. „Angesichts des Rückzugs des Staates aus vielen Aufgaben muss klar sein: Ehrenamt ist kein Sparmodell, darf nicht zum Lückenbüßer des Staates werden und staatliche Pflichtaufgaben ersetzen.“

KNA

Hintergrund

Der Malteser Ehrenamtsmonitor erhebt regelmäßig repräsentative Daten zu Engagement, Erwartungen und Rahmenbedingungen des Ehrenamts in Deutschland. Für die elfte Erhebung wurden vom 22. bis 24. Juli 2026 insgesamt 2.057 Personen ab 18 Jahren befragt; die Umfrage ist repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Religion.

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