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26.10.2026
Der vergoldete Silberschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wurde im Pontifikalamt zum Herbst-Liborifest von den Liborischreinträgern aus der Krypta durch den Mittelgang in den Hochchor des Paderborner Doms getragen.
Foto / Quelle: Thomas Throenle

Unseren Glauben einbringen und darauf Zukunft bauen

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert zu Herbst-Libori Pontifikalamt im Paderborner Dom – Start der Mitmachaktion des Erzbistums GLÜCKLICH/T SEIN!

Paderborn

„Wir haben allen Grund, uns heute selbstbewusst als gläubige Christen zu bekennen: Wir bringen Zuversicht zurück, wenn wir gegen die verrutschten Maßstäbe und oft verzerrten Perspektiven auf das Leben und den Menschen unseren Glauben und unser christliches Erbe in unser gesellschaftliches Zusammenleben kraftvoll einbringen und darauf Zukunft bauen.“ Das bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Pontifikalamt zum Herbst-Liborifest am 25. Oktober 2026 im Paderborner Dom. Gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen, Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft feierte der Paderborner Erzbischof den festlichen Gottesdienst, an dessen Beginn die Reliquien des heiligen Liborius im vergoldeten Libori-Schrein aus der Krypta in den Hochchor des Domes getragen wurden. Herbst- oder Klein-Libori wird seit nahezu 400 Jahren in Paderborn gefeiert: Nachdem Christian von Braunschweig in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges die sterblichen Überreste des heiligen Liborius aus Paderborn geraubt hatte, waren diese am 31. Oktober 1627 zurück in die Stadt an der Pader gelangt. Seit dieser Zeit wird der Rückführung der Gebeine des Patrons von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn mit einem Pontifikalamt gedacht und Herbstlibori gefeiert. Mit dem Gottesdienst startete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz die Mitmachaktion des Erzbistums Paderborn mit dem Titel „GLÜCKLICH/T SEIN!“.

Ausgehend von den aktuellen gewalttätigen und „verstörenden“ Demonstrationen in Frankreich und in Italien betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt, mit politischen Kräften und Haltungen, die Hass und Rache und die Logik der Ausgrenzung und das Recht des Stärkeren und der nationalen Abgrenzung propagieren würden, werde es keine stabile und friedvolle Zukunft geben können, lediglich kurzfristigen, zerstörerischen Machterhalt. Wer auch immer sich auf ein christliches Erbe oder christliche Wurzeln beziehe, müsse sich messen lassen und anerkennen, was der innerste Kern der christlichen Wurzeln sei, forderte der Paderborner Erzbischof und konkretisierte: „Ein Mensch, der sich vor Gott verantwortet weiß und nicht selbst zum Maßstab macht. Ein Mensch, der menschliche Würde nicht taxiert und zuweist oder aberkennt, sondern sie als unantastbar für jeden erachtet über alle Unterschiede hinweg. Ein Mensch, der die unbedingte Geltung der Menschenrechte, der Solidarität und gemeinsamen Verantwortung füreinander in die Mitte rückt.“ Christliches Erbe bedeute eine anspruchsvolle Ethik, die nicht sich selbst zuerst suche, vielmehr die Personenwürde aller, die Heiligkeit des Lebens, die Freiheit des Einzelnen, die Familie als Kernzelle der Gesellschaft, die ehrliche Solidarität mit den Schwachen und Vulnerablen hochhalte. Das christliche Erbe Europas zeuge auch davon, dass die Wunden und Verletzungen nicht ausgeblendet und tabuisiert oder verharmlost werden, sondern die Fähigkeit zur Versöhnung Zukunft möglich mache.

Ressource der Hoffnung

„Was kehrt zurück, wenn die Reliquien eines Heiligen zurückkehren“, fragte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz im Blick auf den Anlass der Feier des Klein-Libori-Festes im Erzbistum Paderborn. Sicherlich ein kostbarer Schatz, eine vertraute Gegenwart, „sicherlich aber auch etwas, das Menschen nach Jahren der Angst und Fassungslosigkeit fast schon verloren glaubten: Vertrauen, Zuversicht, die Kraft, wieder neu zu beginnen“, erinnerte der Paderborner Erzbischof. „Mit den Reliquien holten sich die Menschen damals die Zuversicht zurück.“ Der Glaube sei eine Ressource der Hoffnung, „dass es gut ausgehen wird“. Und mit Papst Leo XIV. bekräftigte der Paderborner Erzbischof, die Offenheit für Gott, der christliche Glaube ist und bleibt „eine Quelle der Zivilisation“. Mit dem heiligen Liborius in der Mitte sei auch Paderborn ein geistliches Zentrum, das Kraft gebe.

Erhebung der Reliquien – Prozession – Libori-Tusch

Im Herbstlibori-Pontifikalamt wurden die Reliquien des heiligen Liborius zu Beginn des Gottesdienstes erhoben und im vergoldeten Silberschrein aus der Krypta in den Hochchor des Paderborner Doms getragen. Das Jahr über ruhen die sterblichen Überreste des Patrons von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn in einer Ebenholztruhe im Altar der Krypta. Als der wertvolle Schrein von den Libori-Schreinträgern in ihren schmuckvollen Gewändern durch die Paderborner Bischofskirche getragen wurde, erklang der bekannte Libori-Tusch – ebenso wie am Nachmittag, als die Reliquien im Anschluss an die Andacht der Liboribruderschaft wieder beigesetzt wurden: Dazu führte die Reliquien-Prozession nach der Andacht zurück in die Krypta der Paderborner Bischofskirche. Dort wurde der 1917 gefertigte Ebenholzschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius wieder im Altar eingesetzt.

Wir bringen Zuversicht zurück, wenn wir gegen die verrutschten Maßstäbe und oft verzerrten Perspektiven auf das Leben und den Menschen unseren Glauben und unser christliches Erbe in unser gesellschaftliches Zusammenleben kraftvoll einbringen und darauf Zukunft bauen“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt. Der vergoldete Schrein mit den Reliquien des heiligen Liborius ist im Hochchor des Hohen Doms zu Paderborn zum Herbst-Libori-Fest aufgestellt.
Foto / Quelle: Thomas Throenle

„GLÜCKLICH/T SEIN!“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz startete mit dem Herbst-Libori-Gottesdienst im Paderborner Dom die Mitmachaktion „GLÜCKLICH/T SEIN!“ des Erzbistums Paderborn. Auch in diesem Jahr wirbt das Erzbistum mit der Mitmachaktion für mehr Freundlichkeit, für Zeichen der Zuwendung, ein freundliches Wort und ganz konkrete Gesten gelebter Nächstenliebe. Das Erzbistum möchte durch die Aktion in der dunklen Jahreszeit bis zum Nikolaustag am 6. Dezember bei Menschen für leuchtende Gesichter sorgen, wirbt um eine Haltung der Herzlichkeit. Aktions-Spendentüten können befüllt werden, Lichttüten sind zu verschenken, wertschätzende Postkarten, eine Feel-Good-Challenge, ein Online-Game. Inspirationen für freundliche Gesten, Materialien und vieles mehr finden Interessierte und Engagierte auf der Aktionsseite

Herbstlibori

Das Erzbistum Paderborn gedenkt an Herbst- oder Klein-Libori der Rückführung der Reliquien des heiligen Liborius am 31. Oktober 1627. Die Reliquien des heiligen Liborius als Patron von Dom, Erzbistum und Stadt Paderborn waren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1622 von Christian von Braunschweig bei der Plünderung des Paderborner Domes geraubt worden. Am 31. Oktober 1627 gelang es, die Reliquien nach Paderborn zurückzuführen – an dieses freudige Ereignis denkt das Erzbistum Paderborn jedes Jahr am Herbstlibori-Fest Ende Oktober zurück.

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