Musikrat fordert Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik
Viele Menschen suchen Orte der Kirchenmusik ganz bewusst auf, Touristen geraten oft zufällig in ein Konzert. Doch die Kirchenmusik ist in Gefahr.
Der Deutsche Musikrat hat eine gemeinsame Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik gefordert. Die Kirchenmusik sei eine wichtige Ressource für das kulturelle Leben in Deutschland, erklärte der Musikrat am Mittwoch in Berlin. Durch Fachkräftemangel und die fehlende Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände seien inzwischen die Strukturen gefährdet. Dabei sei Kirchenmusik Impulsgeberin für professionelle künstlerische Entwicklungen, aber auch ein Fundament der Amateurmusik. Sie bewahre wertvolles Kulturgut und vermittle Glauben. Vor allem im ländlichen Raum stelle sie oft den zentralen Ort kultureller Begegnung dar.
In einem Positionspapier fordert der Musikrat deshalb, dass die musikalische Bildung als zentraler Bestandteil kirchlichen Handelns anerkannt und intensiv gefördert wird. Zudem solle die Ausbildung in kirchlichen und staatlichen Ausbildungsstätten gestärkt werden. Haupt- und nebenberufliche Stellen von Kirchenmusikern sollen erhalten und weiterentwickelt werden. Weiter solle interreligiöser Austausch etwa durch gemeinsame musikalische Projekte etabliert werden.
Die Präsidentin des Deutschen Musikrats, Lydia Grün, betonte, notwendig sei jetzt ein gebündeltes Engagement der Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft, um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu machen.
KNA
Hintergrund
Der Deutsche Musikrat engagiert sich nach eigenen Angaben für die Interessen von 16,9 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. Er repräsentiert demnach über 100 Organisationen und Dachverbände des gesamten Musiklebens einschließlich der 16 Landesmusikräte.