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14.09.2026
Vor dem "Marsch für das Leben" ruft Bischof Wilmer zu Wachsamkeit auf.
Foto / Quelle: Gordon Welters/KNA

Lebensschutz darf Menschen nicht gegeneinander ausspielen

Vor dem „Marsch für das Leben“ ruft Bischof Wilmer zu Wachsamkeit auf: Lebensschutz müsse für jeden Menschen gelten und dürfe niemanden ausgrenzen.

Bonn

Vor dem für Samstag geplanten Marsch für das Leben hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zu Wachsamkeit aufgerufen. „Wer menschliches Leben schützen will, kann nicht gleichzeitig Menschen gegeneinander ausspielen, ausgrenzen oder ihre Würde relativieren“, so Bischof Heiner Wilmer in seinem am Montag veröffentlichten Grußwort an die Teilnehmenden des Marsches. Christlicher Lebensschutz gelte jedem Menschen und kenne weder eine Rangordnung menschlichen Lebens noch die Unterscheidung zwischen wertvollem und weniger wertvollem Leben.

Wilmer betonte, das christliche Ja zum Leben sei immer auch ein Ja zu einer solidarischen Gesellschaft: „Eine Gesellschaft ist dann human, wenn sie dem ungeborenen Leben Raum gibt, Lasten gemeinsam trägt und niemanden allein lässt“, schreibt der Bischof.

Nicht bei einzelner Frage stehenbleiben

Die Demonstration erinnert laut Wilmer an die grundlegende Aufgabe der Gesellschaft, menschliches Leben in allen seinen Phasen zu achten, zu schützen und zu fördern. Dieser Einsatz für das Leben bleibe nicht bei einzelnen Fragen stehen. Papst Leo XIV. habe „in bemerkenswerter Klarheit“ ausgedrückt: „Jemand, der sagt: ‚Ich bin gegen Abtreibung, aber ich bin für die Todesstrafe‘, ist nicht wirklich für das Leben.“ Wer für das Leben eintritt, müsse deshalb das Ganze im Blick behalten, so der Bischof von Münster.

„Gerade dort, wo Leben verletzlich ist, wo Menschen keine Stimme haben oder ihr Existenzrecht infrage gestellt wird, zeigt sich, wie ernst wir es mit der Menschenwürde meinen.“ Dazu gehöre der Schutz ungeborener Kinder ebenso wie die Sorge um kranke und alte Menschen, die Begleitung Sterbender, die Ablehnung der Todesstrafe, die Unterstützung von Menschen in Not sowie das Eintreten für Frieden und Versöhnung.

Der Bundesverband Lebensrecht veranstaltet den Marsch für das Leben am 19. September zeitgleich in Berlin und Köln. Die Bischöfe Rudolf Voderholzer und Weihbischof Josef Graf (Bistum Regensburg) sowie der emeritierte Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, haben laut BVL ihre Teilnahme in Berlin angekündigt.

Innerhalb der katholischen Kirche ist die Veranstaltung umstritten. Kritik entzündete sich unter anderem auch daran, dass teils rechtsextreme Aktivisten und AfD-Vertreter wie Beatrix von Storch bei den Demonstrationen mitliefen.

KNA
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