Lateinamerikas Kirche stellt sich hinter Papst
Von Panama bis Chile hat der Verbalangriff des US-Präsidenten auf Leo XIV. Empörung unter Bischöfen hervorgerufen.
Die Angriffe von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. haben unter Katholiken in Lateinamerika eine Welle der Solidarität mit dem Kirchenoberhaupt ausgelöst. „Wir haben einen konsequenten Anführer, der uns einen Weg ohne Umkehr aufzeigt: den Frieden stets und unter allen Umständen zu fördern“, schrieb der chilenische Kardinal Fernando Chomalí im Kurznachrichtendienst X.
Papst Leo XIV. sei geprägt von jahrelangem Gebet, Studium und der Nähe zu den Armen. „Dies hat in ihm ein Herz geformt, das sich den Schwachen zuwendet. Er zieht es vor, Gott zu gehorchen statt den Menschen“, so Chomalí, der Erzbischof von Santiago de Chile ist. Leos Mut entspringe seinen tiefsten Überzeugungen, nicht seinen Leidenschaften.
Der peruanische Kardinal Carlos Castillo erklärte: „Wir bekunden unsere Unterstützung angesichts der Äußerungen eines Staatsoberhauptes, das versucht hat, einen Papst zu diskreditieren, der seine Mission erfüllt, die Mission Jesu.“ Er bekunde seine uneingeschränkte Solidarität mit Papst Leo XIV.
Trumps verbale Ausfälle
Trump hatte den Papst wegen dessen Kritik am Iran-Krieg unter anderem als „schwach“ gegenüber Kriminalität und als „Katastrophe“ in der Außenpolitik bezeichnet. Castillo schrieb dazu, der Papst stehe aus ethischer und christlicher Sicht für die wahre Form des Christentums. Dabei gehe es um die Befriedung der Welt und Begegnung zwischen den Menschen.
Die brasilianische Bischofskonferenz schrieb in einer Stellungnahme, die geistliche und moralische Autorität des Papstes orientiere sich nicht an der Logik der politischen Konfrontation, sondern an der Treue zum Evangelium, „das sich unablässig für den Frieden, die Menschenwürde und den Dialog zwischen den Völkern einsetzt“. Die brasilianischen Bischöfe bekräftigten die Gemeinschaft und Einheit mit Papst Leo. Gemeinsam stehe man für die Werte, „die das christliche Gewissen erleuchten und die Hoffnung der Menschheit stützen“.
In Mittelamerika meldete sich die Bischofskonferenz aus Panama zu Wort. Die von Erzbischof José Domingo Ulloa und Bischof Luis Enrique Saldaña unterzeichnete Erklärung stellte heraus, das Amt des Papstes sei ein geistliches und kein politisches. Seine Worte seien ein Dienst am Gewissen der Menschheit.
KNA