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15.05.2026
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.); Ehefrau Elke Büdenbender (m.) und Heiner Wilmer (r.), ernannter Bischof von Münster und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), auf dem Residenzplatz vor dem Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg.
Foto / Quelle: Harald Oppitz/KNA

Kirche kann keine extremistischen Parolen dulden

Keine Bühne für die AfD: Für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz endet Dialog dort, wo Menschen ausgegrenzt werden.

Würzburg

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, verteidigt die Nicht-Einladung von AfD-Vertretern zum laufenden Katholikentag. Die Kirche stehe für Schwächere, Bedrängte und Menschen in Not ein, sagte er am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. „Es kann nicht darum gehen, Menschen auszugrenzen“, mahnte er. So könnten öffentlich geäußerte Parolen wie „Deutsches Blut auf deutschem Boden“ nicht geduldet werden: „Das erinnert uns an die dunkelste Vergangenheit.“

Wichtig sei, gegen extremistische Positionen von vornherein klare Kante zu zeigen: „egal, von welcher Seite, ob von rechts oder von links“. Das Evangelium rufe dazu auf, offen zu sein – insbesondere gegenüber Menschen, denen es nicht gut gehe. Der Katholikentag findet bis Sonntag in Würzburg statt.

Zusammenhalt statt lähmender Angst

Die Botschaft des Katholikentags – der Bibelvers „Hab Mut, steh auf!“ – richte sich an alle Menschen, fügte Wilmer hinzu. In Deutschland gehe es derzeit darum, nicht in Jammern oder Hysterie zu verfallen, sondern zusammenzustehen und „den Rücken gerade zu machen, vor allem, wenn Menschen bedrängt werden, wenn Minderheiten in die Ecke gedrängt werden“. Dazu gehöre auch, sich von Ängsten nicht lähmen zu lassen. „Wir sind nicht allein, wir sind stark – vor allem auch, wenn wir zusammenhalten.“

Dieses Motto gelte auch für die katholische Kirche, betonte der Bischof auf die Frage, inwieweit bei strittigen Themen das Gespräch mit Papst Leo XIV. gesucht werde. Kirche könne „gar nicht anders als politisch sein“: nicht partei- oder tagespolitisch, aber als „Anwältin der Erde“, erläuterte Wilker. „Kirche muss den Schrei der Schöpfung hören. Kirche muss achtsam sein, wenn wir schäbig mit der Umwelt umgehen, wenn humanitäre Katastrophen sich entwickeln.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Südsudan und Afrika als „vergessenen Kontinent“.

KNA

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