Hitzewelle - darauf ist bei Essen und Vorräten zu achten
Kaum Hunger, aber schnellere Fäule – die Hitze macht das „tägliche Brot“ zu einer zusätzlichen Herausforderung. Was Ernährungsexperten für das Essen im Sommer empfehlen und worauf Verbraucher beim Einkauf achten sollten.
Bei Hitze muss viel getrunken werden, das ist bekannt. Doch wie sieht es mit dem Essen aus? Denn das Hungergefühl nimmt zwar ab, doch der Körper braucht die Nährstoffe weiterhin dringend. Gleichzeitig wird die Lagerung von Lebensmitteln mit steigenden Temperaturen deutlich problematischer, da sich Mikroorganismen schneller vermehren, wodurch die Nahrung schneller verdirbt. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gibt Tipps für eine ausgewogene Ernährung bei Hitze und das sinnvolle Anlegen von Vorräten.
Eher Pflanzen statt Fleisch, eher kleine Mahlzeiten
Gerade an heißen Tagen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine stärker auf pflanzlicher und weniger auf fleischlicher Kost basierende Ernährung. Das hat einen simplen biologischen Grund: So benötigt der Körper beim Verdauungsprozess viel Energie und setzt dabei gleichzeitig zusätzliche Wärme frei. Obst und Gemüse sind allerdings leichter zu verdauen als Fleisch, dementsprechend ist weniger Energie dafür nötig. Aus demselben Grund eignen sich im Sommer auch eher mehrere kleinere als eine große Mahlzeit, um den Körper zu entlasten.
Wasserreiches Obst und Gemüse als Fingerfood
Äpfel, Kohlrabi oder Möhren sind nahrhaft und gleichzeitig sehr wasserhaltig. Im Sommer sind sie deswegen gut geeignet, um auch den durchs Schwitzen strapazierten Wasserhaushalt des Körpers mit auszugleichen. Die DGE rät dazu, das Gemüse als Rohkost etwa in Form von Sticks anzubieten. Diese einfache Form des Essens könne gut auch gemeinsam mit Kindern vorgenommen werden, um deren Interesse an den Lebensmitteln zu steigern. „Die Vielfalt an wasserreichen, leckeren Sommermahlzeiten ist schier unendlich“, verspricht die DGE.
Schulbrote in Kühlbox
Apropos Kinder: Sofern die Schule nicht wegen Hitzefrei ohnehin ausfällt, muss auch an ein den Temperaturen angemessenes Schulbrot gedacht werden. Die sonst beliebten Wurstwaren sind dabei wegen ihrer Verderblichkeit und der genannten schwereren Verdaulichkeit von Fleisch nicht unbedingt empfehlenswert. Wenn es dennoch beim Brot bleiben soll, sind laut DGE Brotboxen mit integriertem oder separatem Kühlakku eine gute Möglichkeit, um das Brot gut bis zum Mittag zu bringen. Als Alternative böten sich ganzes gewaschenes Obst und Gemüse an, die aufgrund ihrer Schale noch zusätzlich geschützt seien.
Kleinere Einkäufe, durchgehende Kühlkette
Bei Hitze sollte der Lebensmitteleinkauf im Supermarkt nicht zu groß ausfallen. Kleinere Mengen lassen sich leichter verbrauchen und benötigen weniger Lagerplatz. Zudem sollte – ob nun der Einkauf im Auto, auf dem Fahrrad oder zu Fuß erfolgt – gerade bei leicht verderblichen Waren wie Fleisch und Joghurt auf eine durchgehende Kühlkette geachtet werden. Werden die Speisen einmal zu warm, kann das auch bei ungeöffneten Lebensmitteln schon zur Ausbreitung von Mikroorganismen führen.
Brot im Notfall auch in den Kühlschrank
Die meisten verderblichen Nahrungsmittel lassen sich am besten im Kühlschrank lagern. Etwas problematischer ist es beim Brot: Das gehört eigentlich nicht dorthin, weil es dort schneller austrocknet. Bei besonders hohen Temperaturen, die eine kühle und trockene Lagerung unmöglich machen, ist es im Kühlschrank allerdings auch länger vor Schimmel geschützt, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Ähnliches gilt für Kartoffeln, wobei hier im Sommer generell vom Kauf größerer Mengen auf Vorrat abgeraten wird.