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09.09.2026
Blick vom Ölberg auf das Panorama von Jerusalem mit Felsendom.
Foto / Quelle: Corinna Kern/KNA

Forum für die Zukunft Jerusalems eröffnet

Die Wunden sind zu tief, um schon über Frieden reden zu können – meint Jerusalems Patriarch Pizzaballa. Ein Wissenschaftsforum soll helfen.

Jerusalem

Eine neues Forum für den wissenschaftlichen Austausch über die Zukunft Jerusalems soll Wege aus dem Konflikt erforschen. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, eröffnete als Schirmherr das Forum mit dem Titel „Within Your Gates“. Dabei nannte er konkurrierende Narrative und gegenseitiges Misstrauen wesentliche Hindernisse für Versöhnung. Die Realität sei „schmerzhaft, aber auch reich an Möglichkeiten“, sagte Pizzaballa.

„Within Your Gates“ will Wissenschaftler und Praktiker verschiedener Disziplinen und Religionen zum Thema Jerusalem zusammenbringen. Es gehe darum, denjenigen, die vor Ort tätig seien, Werkzeuge für ein besseres Verständnis der Situation an die Hand zu geben und neue Möglichkeiten für Bildung und Wissenschaft zu eröffnen. Dafür brauche es einen stabilen Rahmen.

Rede von Frieden "nicht realistisch"

Verlustgefühle führten bei vielen dazu, die eigene Identität und ein eigenes Narrativ verteidigen zu wollen. Daraus erwachse eine „Ablehnung all dessen, was nicht als Garantie für die eigene Geschichte und Zugehörigkeit erscheint“, sagte Pizzaballa. Einen Dialog allein unter Gleichgesinnten könne man sich aber nicht mehr erlauben, sagte der Patriarch unter Verweis auf den seit drei Jahren andauernden Gaza-Krieg. Die richtigen Zielgruppen zu erreichen, nannte er eine Herausforderung, aber unumgänglich.

Angesichts der Wunden des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023 und des folgenden Krieges sei eine Rede von Frieden „nicht realistisch“, sagte Pizzaballa. Dennoch müsse man gemeinsam einen Weg suchen. Das interdisziplinäre Projekt „Within Your Gates“ solle die Voraussetzungen für einen Perspektivwechsel schaffen, der eines Tages zum Frieden führen könne.

Entwickelt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Institut Tantur zwischen Jerusalem und Bethlehem. Dessen geschäftsführender Direktor Daniel Schwake hat die Leitung des neuen Forums.

KNA
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