Gruppenfoto nach einem Gottesdienst mit Bischöfen und Kardinal Pierbattista Pizzaballa (m.), lateinischer Patriarch von Jerusalem, beim internationalen Bischofstreffen zur Solidarität mit den Christen im Heiligen Land in der Konkathedrale vom Allerheiligsten Namen Jesu in Jerusalem (Israel).
Foto / Quelle: Andrea Krogmann/KNA

Erzbischof warnt vor mehr Extremismus im Heiligen Land

Die Welt darf über Gaza nicht das Westjordanland aus den Augen verlieren, meint Dr. Udo Markus Bentz.

Jerusalem

Was im Schatten des Gaza-Kriegs im von Israel besetzten Westjordanland geschieht, hat nach Worten des Paderborner Erzbischofs Udo Markus Bentz das Potenzial, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu verlängern und weiteren Extremismus zu schüren. „Es ist zynisch, was dort durch Siedlungsbau, Siedlergewalt, aber auch durch israelische Sicherheitskräfte passiert“, sagte er zum Abschluss seiner Heilig-Land-Reise im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bentz, der sich zum „ungeschmälerten Existenzrecht“ beider Völker im Heiligen Land bekennt, rief zu einer mutigen und klaren Benennung von problematischen Entwicklungen auf. Dabei müsse aber der Grundsatz einer klaren Unterscheidung gewahrt bleiben „zwischen dem Judentum und dem Staat Israel, einer israelischen Politik und einer israelischen Regierung, die derzeit in Teilen rechtsextrem ist“.

Zu den von Israel geschaffenen Fakten, die nicht zum Frieden beitrügen, zählte Bentz „die inakzeptablen Abrissmaßnahmen am UNWRA-Gebäude“. In der gegenwärtigen Situation sei es „eine Herausforderung, glaubwürdig von Hoffnung zu sprechen“. Hoffnung könne jedoch zum „Pull-Faktor“ werden, wenn sie zum Handeln bewege, statt der Verzweiflung nachzugeben.

KNA

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