Die Macht der Regeln
Die kommende Sonderausstellung im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Die Schau mit dem Titel „Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle“ beginnt am 20. Mai in Lichtenau-Dalheim (Kreis Paderborn) und läuft rund ein Jahr bis zum 30. Mai 2027. Sie beleuchtet die Bedeutung von Gesetzen, Geboten, Vorschriften und Verordnungen für das Miteinander unterschiedlichster Gemeinschaften von der Schulklasse über die Familie bis hin zu ganzen Staaten. Dabei richtet sich die Ausstellung ausdrücklich auch an Familien.
Nach den Präsentationen in den Jahren 2016 („Luther. 1917 bis heute“) und 2019 („Verschwörungstheorien – früher und heute“) ist es bereits die dritte Sonderausstellung des jungen Landesmuseums unter der Schirmherrschaft eines Bundespräsidenten.
„Die Schirmherrschaft ist eine große Würdigung und zugleich ein großer Ansporn für uns“, so der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, Dr. Georg Lunemann. „Sie bestärkt uns darin, gegenwartsrelevante Fragestellungen zu identifizieren und das Dalheimer Museum als einen Ort des gesellschaftlichen Dialogs weiter zu profilieren.“
Die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kloster Dalheim und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger: „Damit unterstreicht der LWL den Anspruch seiner Museen, sich als Bildungsträger und wichtige Säulen der Demokratie zu positionieren. Ein maßgeblicher Baustein ist dabei eine publikumsorientierte Präsentation, die Information, Interaktion und Unterhaltung miteinander verbindet.“
Was steckt hinter Regeln? Warum sind sie nötig, und wer macht sie eigentlich? In insgesamt acht Abteilungen lotet die Ausstellung in dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Dalheim das regelrechte Spannungsfeld zwischen Freiheit und Kontrolle aus. Dabei geht es ebenso um die unterschiedlichen Arten und Funktionsweisen von Regeln wie auch um die Frage nach einem Zuviel an Regeln, Stichwort Bürokratie.
Gezeigt werden rund 170 Exponate aus zehn Jahrhunderten, darunter die Haschischdose von Beatles-Mitglied und Freigeist John Lennon, Wolle vom ersten Klonschaf „Dolly“, das Mobiltelefon von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der Bombenkasten des Kaufhaus-Erpressers Dagobert. „Was klingt wie ein munteres Kuriositätenkabinett, hat einen ernsthaften Hintergrund. Diese Exponate zeigen, wie Regeln entstehen, wie vielfältig sie sind, und warum es wichtig ist, sich an sie zu halten. Sie verdeutlichen aber auch, warum es manchmal richtig sein kann, Regeln zu brechen“, erläutert Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky, der das Museum seit dem Jahr 2014 leitet.
LWL
Hintergrund
Die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ist eines der 20 Museen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Deutschlands einziges Landesmuseum für klösterliche Kulturgeschichte. Es wird gemeinsam vom LWL und der Stiftung Kloster Dalheim getragen und ist beheimatet in dem rund 800 Jahre alten ehemaligen Kloster Dalheim. Ausgehend von der eigenen Geschichte lädt das Haus ein, die Welt der europäischen Klosterkultur zu entdecken. Zum Museum gehören ein Wirtshaus und ein Klosterladen. Jährlich finden zahlreiche Veranstaltungen im Kloster Dalheim statt.