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29.09.2026
Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).
Foto / Quelle: Hannah Krewer/KNA

Dialog ist wichtiger denn je

ZdK-Präsidentin Stetter-Karp wünscht sich mehr Schwung im gesellschaftlichen Dialog.

Mainz

Die Kirche ringt laut Irme Stetter-Karp um neue Diskursräume. „Wir haben große Mühe, diejenigen zu erreichen, mit denen wir ins Gespräch kommen wollen“, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Die Orte dafür müssten neu geschaffen werden. Die Chefin des höchsten repräsentativen Gremiums des deutschen Laien-Katholizismus betonte, es gebe in Deutschland immer weniger Räume, in denen Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus und Lagern sich konsumfrei begegnen könnten.

Solche Diskursräume gelte es offenzuhalten und neu zu schaffen, auch für den Dialog mit AfD-Wählern, den sie als „schwierige Herausforderung“ bezeichnete. In „fragilen und unruhigen“ Zeiten, in denen Menschen Orientierung suchten, sollte die Kirche laut Stetter-Karp eine Stimme für die Verteidigung der Demokratie erheben „und gegen die Verführungen eines völkischen Nationalismus, wie die AfD sie in ihrem Programm hat“. Sie ergänzte: „Unser Platz ist ganz klar an der Seite der Ausgegrenzten.“

Katholikentag als Diskursraum

Das Offenhalten von Diskursräumen gelinge der Kirche punktuell, wie etwa zuletzt bei den Katholikentagen in Erfurt und Würzburg, wo 74.000 Menschen aus allen Teilen Deutschlands, von unterschiedlicher Herkunft und politischer Ausrichtung, über Tage hinweg mit internationalen Gästen und Gästen aus der Regierung und aus der Wissenschaft darüber diskutiert hätten, wie sie sich die Zukunft im Zusammenleben in Deutschland vorstellen. „Das ist einer der gelingenden Orte. Das werden wir auch in Paderborn 2028 so versuchen.“

Mit Blick auf die aktuell in Fulda tagende Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, bei der sich die katholischen Bischöfe mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigen, nannte Stetter-Karp KI eine „extrem wichtige Frage“. Sie freue sich sehr darüber, dass Papst Leos erste Enzyklika zu diesem Thema auch „in der Wissenschaft und in ganz anderen Sektoren der Gesellschaft“ Aufmerksamkeit gefunden habe. Entscheidend sei, wie der Mensch Grenzen setzen könne. Es gelte, die Chancen und Potenziale von KI zu nutzen, aber auch mit den Gefahren aktiv umzugehen.

KNA
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