Bewegende Fotos machten in Bielefeld nachdenklich
Die kefb Ostwestfalen ist Partnerin eines Vorzeigeprojektes.
Dass Menschen vor kriegerischen Handlungen in ihrer Heimat fliehen, ist kein neues Phänomen. Die Menschheitsgeschichte ist seit jeher von Migration geprägt. Im Jahr 2015 kamen, ausgelöst durch den syrischen Bürgerkrieg, vergleichsweise viele Menschen nach Deutschland, um hier Hilfe zu finden.
Im selben Jahr wagte sich der Fotograf Felix Kleymann in die Krisenregion, um das Schicksal der Flüchtenden in den Lagern und auf dem Weg nach Europa zu dokumentieren. Daraus ist die Ausstellung „Escaping Death“ entstanden, die jetzt in der Bielefelder Altstadt Station machte. Die großformatigen Fotografien zeigen eindrucksvoll die Realität von Flucht – zwischen Angst, Hoffnung und Menschlichkeit.
Aktionswoche gegen Rassismus
Das Besondere: Im Vorfeld der Präsentation zu Füßen der evangelischen Altstädter Nikolaikirche wurden in Bielefeld Interessierte als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult, um das spezifische Wissen weiter zu vermitteln. Für diese Schulungen war die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung (kefb) Ostwestfalen verantwortlich. Die kefb-Bildungsreferentin Effi Hopfe hat das Projekt „Perspektivwechsel – Flucht, Begegnung & Menschenwürde “ als Teil der Aktionswochen gegen Rassismus in Bielefeld maßgeblich mit vorbereitet.
Das verdeutlichte anlässlich der Ausstellungseröffnung Julia Engels, Stellvertretende Leitung und Referentin Religion und Theologie bei der kefb Ostwestfalen: „Dieses punktuelle Bildungsangebot war für uns sehr außergewöhnlich. Es zeigt aber auch die Vielfalt unserer Möglichkeiten. Zudem hat sich die kefb als wichtige Netzwerkpartnerin in Ostwestfalen weiter etabliert.“
Felix Kleymanns Fotoausstellung war zentrales Element des Gemeinschaftsprojekts „Perspektivwechsel“. Als Kooperationspartner waren das Citykloster Bielefeld, die evangelische Altstädter Nikolaikirche, die DRK-Flüchtlingsunterkunft am Rütli und die Stadtteilmütter, das AWO-Frauenhaus Bielefeld und die kefb Ostwestfalen gemeinsam an Bord. Die Stiftung Bildung ist Zukunft im Erzbistum Paderborn hat das Projekt finanziell unterstützt.
Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein vielfältiges Mitmach- und Bildungsprogramm: Gäste konnten in kurzen Sprachformaten erleben, wie es sich anfühlt, eine neue Sprache zu lernen, persönliche Fluchtgeschichten hören und an interkulturellen Angeboten teilnehmen.
Menschenwürde als demokratischer Wert
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung lobte Miriam Welz, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Bielefeld, die Wahl des Ortes: „Dieser zentrale Platz in der Altstadt direkt in der Nachbarschaft zur Kirche ist für einen Perspektivwechsel gut geeignet. Menschenwürde als demokratischer Wert wird mitten in der Gesellschaft nach vorn gestellt und wer sich auf die berührenden Fotografien einlässt, verinnerlicht, dass es unabdingbar ist, Geflüchteten einen Platz in unserer Gesellschaft zu geben.“ Die Ausstellung sei noch dazu ein wertvoller Begegnungsraum für alle Menschen.
Dem pflichtete Ingo Nürnberger, Erster Beigeordneter und Dezernent für Soziales und Integration in Bielefeld, bei: „Wir haben 2015 rund 3400 Geflüchtete in unserer Stadt erfolgreich untergebracht. Das liegt lange zurück, aber das Thema Migration ist nach wie vor auf der Tagesordnung. Dass die jüngste Ausstellung das Leid der Geflüchteten in den Vordergrund stellt, gibt uns die Chance, eben diese Perspektive einzunehmen. Wir haben bisher in Bielefeld viel erreicht und der Dank gebührt in diesem Kontext der Stadtgesellschaft für ihre große Unterstützung aber auch den Geflüchteten für ihre Integrationsleistung, denn die zugewanderten Menschen tragen heute zum Wohlstand und Wohlergehen unserer Gesellschaft bei.“