„Benannte Defizite schonungslos“
Rita Süssmuth habe vielen Mut gemacht, sagt Angela Merkel – auch ihr selbst.
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Rita Süssmuth als leidenschaftliche Politikerin gewürdigt. Die verstorbene Alt-Bundestagspräsidentin habe sich zeit ihres Lebens für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft eingesetzt, erklärte Merkel am Montagmorgen auf ihrer Website. Als Bundesgesundheitsministerin habe Süssmuth in den 80er Jahren „mutig und gegen viele Widerstände für die Enttabuisierung und die Prävention von HIV/Aids“ gekämpft.
Als Präsidentin des Deutschen Bundestages habe sich die CDU-Politikerin für eine lebendige Debattenkultur und die Rechte der parlamentarischen Minderheiten eingesetzt, so Merkel weiter. „Süssmuths politische Leidenschaft“, schreibt die Ex-Kanzlerin, „galt dem Kampf für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft“. Die Defizite habe sie „schonungslos benannt“ und vielen Mut gemacht – „so auch mir Anfang der 1990er Jahre als Frauenministerin“.
Auch sei Süssmuth eine „Vorkämpferin für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ gewesen. „Ihre Stimme wird fehlen, auch mir“, so Merkel. „Wir können ihr Andenken bewahren und ehren, indem wir uns weiter für ihre Herzensanliegen engagieren.“ Süssmuth starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren.