72.000 Unterschriften für faire Entschuldung
Viele Staaten müssen einen Großteil ihrer Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden. So bleibe kaum noch Geld für Investitionen.
Mehr als 72.000 Menschen fordern mit ihrer Unterschrift konkrete Reformen des internationalen Finanzsystems und Schuldenstreichungen für Staaten des Globalen Südens. Zum Abschluss der Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope!“ hat ein zivilgesellschaftliches Bündnis von 71 Organisationen den Appell und die Unterschriften an das Bundesfinanzministerium übergeben, wie die Kampagne am Mittwoch in Berlin mitteilte.
Viele Staaten des Globalen Südens seien durch ihre Schuldensituation stark belastet, heißt es dort. Enorme Zins- und Tilgungszahlungen, ungünstige Refinanzierungsbedingungen und strukturelle Unwucht im internationalen Finanzsystem verschärften soziale Ungleichheit und wirtschaftliche Instabilität.
Was bleibt vom Schuldendienst?
Die Kampagne „Turn Debt into Hope“ fordert deshalb unter anderem die Einrichtung einer UN-Schuldenrahmenkonvention. Eine solche Konvention wollten auch Staatengruppen aus dem Globalen Süden, etwa die Afrikanische Union, so das Bündnis. Es könne nicht angehen, dass Staaten einen Großteil ihrer Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden müssten. So bleibe kaum noch Geld für Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Soziales.
Die internationale Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope“ wurde 2025 zum Heiligen Jahr der katholischen Kirche gestartet. In Deutschland wird sie von 71 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Institutionen getragen.
KNA