Geistliche, darunter Udo Markus Bentz (r.), Erzbischof von Paderborn, besuchen am 21. Januar 2025 das Dorf Taybeh (Palästinensische Gebiete).
Foto / Quelle: Andrea Krogmann/KNA

25. Internationales Bischofstreffen im Heiligen Land

Erzbischof Bentz: „Trotz aller Verletzungen nach Frieden suchen.“

Paderborn

Vom 17. bis 21. Januar findet das 25. Internationale Bischofstreffen im Heiligen Land statt. 13 Bischöfe aus zehn Ländern Europas und Nordamerikas kommen in Jerusalem zusammen, um ihre Verbundenheit mit den dort lebenden Christinnen und Christen zum Ausdruck zu bringen und rund drei Monate nach Beginn des Waffenstillstands zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas Menschen und Projekte zu besuchen, die sich vor Ort für Dialog und Versöhnung einsetzen. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz (Paderborn), vertreten. Das Treffen steht unter dem Leitwort „Land der Verheißung: Begegnung mit Menschen der Hoffnung“.

„Terror und Krieg haben in den zurückliegenden beiden Jahren das Leben im Heiligen Land bestimmt. So ist es kein Wunder, dass Verlusterfahrungen, Resignation und Sorgen angesichts einer ungewissen Zukunft immer noch den Alltag vieler Menschen in Israel und Palästina prägen. An jedem Tag stellt sich die Frage, ob die fragile Waffenruhe hält oder erneut Gewalt ausbricht. In dieser Atmosphäre von Ungewissheit und Angst bleibt die Hoffnung auf echte Versöhnung und nachhaltigen Frieden schwer greifbar. Vor diesem Hintergrund kommen wir Bischöfe nach Jerusalem, um uns mit den Menschen und insbesondere den Christen in der Region zu solidarisieren, gemeinsam zu beten und zu erfahren, wo trotz aller Verletzungen Hoffnung für ein neues, friedliches Miteinander von Israelis und Palästinensern wachsen kann. Die richtigen politischen Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen Frieden sind von größter Bedeutung. Der Frieden hängt aber auch von den Menschen vor Ort ab – von ihrem Willen und Mut, trotz Gewalt und Traumatisierungen Brücken zu bauen“, so Erzbischof Bentz mit Blick auf das anstehende Treffen.

Dialog und Versöhnung

Geplant sind Gespräche mit dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und dem Pfarrer der Pfarrei Heilige Familie in Gaza-Stadt, Gabriel Romanelli, der in Jerusalem sein bzw. aus Gaza zugeschaltet wird. Zudem sind Begegnungen mit Vertretern von Organisationen vorgesehen, die sich für Dialog und Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern sowie zwischen Juden, Christen und Muslimen einsetzen. Dazu zählen unter anderem das „Rossing Center for Education and Dialogue“ und die „Rabbis for Human Rights“. Neben Jerusalem sind Besuche in den palästinensischen Orten Bethlehem und Taybeh geplant.

Hintergrund

Das Internationale Bischofstreffen verfolgt das Ziel, Christen und Kirchen im Heiligen Land in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Verständigung zwischen den Völkern und Religionsgemeinschaften zu unterstützen und die Verbindung der Weltkirche mit ihnen zu festigen. Die Bischöfe besuchen während ihres Treffens als Pilger die Heiligen Stätten im Land und feiern dort Gottesdienste.

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